Alzheimer wird mittels neuer Methode der Kampf angesagt

Mehr als 900.000 Menschen leiden aktuell in Deutschland an Alzheimer. Die altersbedingte Krankheit ist eine hirnorganische Krankheit, die gekennzeichnet ist durch den langsam fortschreitenden Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten. Dresdner Wissenschaftler haben jetzt eine neue Methode entwickelt, mit der es möglich ist, die Krankheit zu stoppen.

Seit zehn Jahren forscht der finnische Biochemiker Kai Simons vom Max-Planck-Institut nun schon an der Methode, die die Alzheimer-Krankheit zum Erliegen bringen soll. Es gibt kein neues Mittel oder Medikament. Die Krankheit kann mit der neuen Methode erstmals an der Wurzel gepackt werden. Kai Simons und Forscher der TU-Dresden haben Hemmstoffe gegen einen wichtigen Auslöser der Alzheimer Krankheit, das Enzym b-Sekretase, steuern können. Die Hemmer werden mittels winziger Molekültransporter direkt in die Zelle gebracht und können dort wirken. Und das ist das neue. Die Transorter, die in jeder Zelle existieren, die so genannten Rafts für sich nutzen und steuern. 

Der Auslöser von Alzheimer ist die Spaltung von Eiweißproteinen in verscieidenen Eiweiße und deren Ablagerung im Gehirn, die die Nervenzellen auf Dauer abtöten. Dabei kommt es zu den bekannten Alzheimersymptomen, wie Gedächnis- und Orientierungsstörungen. Diese Eiweißspaltung ist nichts untypisches. Sie finden bei jedem ein ganzes Leben lang statt. Bei dem einem mehr bei dem anderen weniger. Vieles ist hier auch genetisch bedingt. 

Die neue Methode könnte auch bei anderen Krankheiten greifen. Zum Beispiel bei Aids, Ebola oder dem Grippevirus.

Kai Simons rechnet mit fünf bis zehn Jahren. Dann könnte es das erste Medikament geben. Bis dahin müssen aber noch viele Schritte fehlerfrei gegangen werden. Zunächst sollen Tierversuchen mehr Klarheit bringen.