Am Hauptstaatsarchiv Dresden fallen die Hüllen

In den nächsten Wochen werden die Fassadensanierungsarbeiten an den denkmalgeschützten Gebäuden des Hauptstaatsarchivs beendet. Schrittweise werden die Gerüste bis Ende Oktober zurückgebaut. +++

Am Verwaltungsgebäude ist das Gerüst bereits bis zur Traufkante zurückgebaut. Hier sind die neue Dacheindeckung und der nach historischem Befund wieder mit Kupferblech verkleidete Turmaufbau bereits zu sehen. In den letzten Jahrzehnten war dieser mit Schiefer eingedeckt. Durch Recherchen in den Planungs- und Ausführungsunterlagen aus der Erbauungszeit des Gebäudes, die das Hauptstaatsarchiv selbst archiviert hat, konnte die ursprüngliche Ausführung wiederentdeckt werden. Auch am Magazingebäude konnte im Ergebnis dieser Recherchen die Originalausführung des Daches wiederhergestellt werden. Nachdem bis Ende August auch dort die Gerüste bis zur Traufebene fallen, kann das komplett neu eingedeckte Dach und die nun mit Kupferblech verkleideten Gauben bewundert werden.  

Bis Ende Oktober sollen die Gerüste an beiden Gebäuden komplett zurückgebaut sein, dann zeigen sich die Gebäudefassaden wieder in ihrer ursprünglichen Gestaltung und Farbigkeit.  

Die gesamten Fassadenflächen wurden schonend gereinigt. Die originale Putzfassade wurde erhalten und nur Fehlstellen ergänzt sowie lockere Bereiche hinterfüllt. An den Natursteinelementen erfolgten Ausbesserungen der Fehlstellen durch Steinersatzmaterial und durch Vierungen. Die Schmuckelemente aus Kupferblech am Magazingebäude wurden demontiert, aufgearbeitet und wieder angebracht. Eine Besonderheit der Fassadengestaltung ist die Ausführung des Putzes als sogenannten „Steinputz“, der nach Aufbringen und Aushärtung durch Steinmetze vollflächig mit Schariereisen bearbeitet wurde und so die Optik eines Natursteins erhielt. Zusätzlich wurde dem Putz durch verschiedene Zuschlagstoffe unterschiedliche Farbigkeit gegeben. An beiden Gebäuden wurden fast vollständig die originalen Fenster erhalten und aufgearbeitet. Insgesamt konnten dadurch die Fassaden weitestgehend in ihrer originalen Bausubstanz erhalten werden.   

Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) betreut die Sanierung des Magazin- und des Verwaltungsgebäudes. Die Sanierungsarbeiten begannen im November 2008 und sollen im Frühjahr 2011 abgeschlossen sein. Der Freistaat investiert rund 23 Millionen Euro.  

Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude werden grundlegend saniert und mit modernen technischen Anlagen ausgestattet. Der Innenhof des Magazin-Altbaus erhält in 21 Metern Höhe eine flach gewölbte Dachkonstruktion aus Stahl und Glas. Diese dient der klimatischen Verbesserung im Gebäude und wird als Foyer genutzt. In dem alten Magazin mit rund 8000 Quadratmeter Nutzfläche werden im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss Lese- und Beratungsplätze untergebracht. Der historische Kartensaal und die Archivregale werden ebenso erhalten wie die historische Ausstattung im Verwaltungsgebäude. Dort wird der Lesesaal zum Vortragssaal umgebaut.  

Das Archiv-Hauptgebäude wurde 1912 bis 1915 mit einer auf 100 Jahre ausgelegten Speicherkapazität erbaut. Das Hauptstaatsarchiv Dresden gehört zum Sächsischen Staatsarchiv. Es verwahrt die Akten des Freistaates sowie von Gerichten, Behörden und öffentlichen Einrichtungen im Landesdirektionsbezirk Dresden. Der Bestand umfasst mehr als 47.000 laufende Meter Akten und Amtsbücher, rund 53.000 Urkunden, mehr als 365.000 Karten und Pläne sowie zahlreiche andere Archivalien.

Quelle: Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement

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