Mit einem Autokorso durch die Leipziger Innenstadt haben Spediteure und Transporteure am Freitagvormittag auf ihre angespannte wirtschaftliche Lage aufmerksam gemacht. Rund 120 Teilnehmer sowie zahlreiche Fahrzeuge starteten ihre Demonstration am Völkerschlachtdenkmal.
Im Mittelpunkt steht eine klare Botschaft: Der Mittelstand sieht sich massiv unter Druck.
„Die Aktion ist letztendlich daraus gewachsen, dass der Mittelstand tatsächlich am Ende ist“, sagt Initiator Henry Michael Berger. Der Leipziger Unternehmer betreibt einen Transportdienst und hat in den vergangenen Monaten selbst harte Einschnitte erlebt.
Berger musste zuletzt Mitarbeiter entlassen. Ein Einzelfall ist das aus seiner Sicht nicht.
„Ich musste im letzten Monat zwei Mitarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen entlassen“, berichtet er. Das spiegele die Situation vieler Betriebe in Leipzig wider.
Die Gründe sind vielfältig: steigende Energiepreise, höhere Löhne, zunehmende Abgaben. Besonders kritisch sieht Berger die fehlende Planungssicherheit.
„Uns fehlt aktuell die komplette Planungssicherheit“, sagt er, ein Problem, das sich seit der Corona-Krise verschärft habe.
Bereits im Vorfeld hatte Berger einen offenen Brief an den Bundeskanzler geschickt – ohne Reaktion.
„Der blieb unbeantwortet“, sagt er. Genau das habe ihn zur Organisation der Demonstration bewegt.
Die Forderungen der Branche sind deutlich:
– Senkung der Energiekosten
– Entlastung bei Sozialabgaben
– Abbau von Bürokratie
Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig unterstützt den Protest.
Fabian Magerl, Geschäftsführer der IHK zu Leipzig, sieht eine kritische Entwicklung:
„Weite Teile unseres Mitgliedsunternehmensbereichs kämpfen wirklich, um zu überleben“, erklärt er. Viele können ihre Löhne so nicht mehr bezahlen. Viele wenden die Insolvenz an“, so Magerl.
Aus Sicht der IHK reichen bisherige Maßnahmen der Bundesregierung nicht aus. „Wir brauchen eine sofortige, maßgebliche Entlastung bei den Energiekosten“, fordert Magerl.
Der Autokorso führte über zentrale Straßen der Leipziger Innenstadt, darunter den Innenstadtring. Das Ordnungsamt hatte im Vorfeld vor erheblichen Verkehrsbehinderungen gewarnt.
Ob die Proteste politische Veränderungen anstoßen, bleibt offen. Doch der Druck wächst, aus Sicht der Unternehmen und der IHK muss sich was ändern, auch in Leipzig.