Mo., 13.04.2026 , 11:12 Uhr

ver.di kündigt Ausstände vom 15. bis 18. April in mehreren Regionen an

Warnstreiks im Regionalverkehr Sachsen

ver.di hat weitere Warnstreiks im Regionalverkehr Sachsen vom 15. bis 18. April angekündigt. Betroffen sind mehrere Landkreise sowie Dresden und Chemnitz.

Leipzig - Im Regionalverkehr Sachsen sind weitere Warnstreiks angekündigt. Wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte, sollen die Arbeitsniederlegungen vom 15. April 2026 bis zum 18. April 2026 in mehreren Landkreisen sowie in Dresden und Chemnitz stattfinden. Genannt werden die Landkreise Zwickau, Erzgebirge, Mittelsachsen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Meißen, Bautzen und Görlitz sowie die Städte Dresden und Chemnitz. Leipzig wird in der veröffentlichten Übersicht nicht genannt.

Nach Angaben von ver.di sind mehrere Verkehrsunternehmen betroffen. Aufgeführt werden Regionalverkehr Westsachsen, Regionalverkehr Erzgebirge, Euro Traffic Partner Chemnitz, Regiobus Mittelsachsen, die Verkehrsgesellschaft Meißen, der Dresdner Verkehrsservice, die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda, Regionalbus Oberlausitz, Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, die Görlitzer Verkehrsbetriebe sowie DB Regio Bus Ost in der Niederlassung Lausitz für das Verkehrsgebiet im Landkreis Görlitz.

Für die meisten Unternehmen nennt ver.di einen Warnstreikzeitraum vom 15. April 2026, 3 Uhr, bis zum 18. April 2026, 3 Uhr. Beim Dresdner Verkehrsservice soll der Warnstreik laut Mitteilung bereits am 15. April um 2.30 Uhr beginnen und am 18. April um 3 Uhr enden. Für Regionalverkehr Westsachsen wird als Endzeit der 18. April, 5.15 Uhr, angegeben.

Hintergrund der neuerlichen Streikankündigung sind die laufenden Tarifverhandlungen im Regionalverkehr Sachsen. Bereits am 7. April 2026 hatte ver.di mitgeteilt, dass auch die fünfte Verhandlungsrunde zwischen den Tarifparteien ohne Einigung beendet worden sei. Nach Darstellung der Gewerkschaft habe es weiterhin keinen ausreichenden Fortschritt gegeben. Ver.di kritisiert, dass die Arbeitgeberseite sich weiterhin innerhalb desselben finanziellen Rahmens bewege und zentrale Forderungen nicht mit konkreten Angeboten unterlegt worden seien.

Nach Angaben der Gewerkschaft betrifft das unter anderem Verbesserungen bei der Arbeitszeit im Schichtdienst, insbesondere eine 5-Tage-Woche, sowie eine Erhöhung des Jahresurlaubs. Auch bei Vergütung und Jahressonderzahlung sieht ver.di demnach keinen ausreichenden Fortschritt.

Aus den von ver.di veröffentlichten Auszügen des Arbeitgeberangebots geht hervor, dass für Beschäftigte eine Erhöhung der Vergütung um zwei Prozent ab dem 1. April 2026 vorgesehen ist. Zusätzlich wird eine Einmalzahlung in Höhe von 217 Euro für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. März 2026 genannt. Ab dem 1. Januar 2027 soll die Vergütung erneut um zwei Prozent steigen. Für Auszubildende ist laut den veröffentlichten Angaben ebenfalls eine Erhöhung um zwei Prozent ab dem 1. April 2026 vorgesehen, ergänzt um eine Einmalzahlung von 65 Euro für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. März 2026. Auch hier wird eine weitere Erhöhung um zwei Prozent ab dem 1. Januar 2027 genannt. Die Laufzeit des Angebots wird mit dem 31. Dezember 2027 angegeben.

Beim Rahmentarifvertrag nennt die Mitteilung eine Erhöhung der Zulage für geteilte Dienste auf 15 Euro ab dem 1. April 2026. Der bisherige Wert wird mit 13 Euro angegeben. Ab dem 1. Januar 2028 soll die Zulage auf 17 Euro steigen. Außerdem ist eine Erhöhung der Jahressonderzahlung um 100 Euro im Jahr 2026 bei einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2029 aufgeführt. Weitere 100 Euro sollen demnach für Beschäftigte mit mindestens 20 Jahren Betriebszugehörigkeit hinzukommen.

Ver.di erklärt zugleich, die Arbeitgeber hätten erst für den 12. Mai 2026 einen weiteren Verhandlungstermin angeboten. Die Gewerkschaft erwartet nach eigener Darstellung bis dahin ein neues schriftliches Angebot, das unter anderem auch das Thema 5-Tage-Woche im Schichtdienst aufgreift.

Bereits für den Zeitraum vom 9. bis 11. April 2026 hatte ver.di Warnstreiks in Teilen Sachsens angekündigt. Damals wurden nach Gewerkschaftsangaben die Landkreise Görlitz, Bautzen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen sowie die Stadt Dresden genannt. Mit der jetzigen Mitteilung wird der Kreis der betroffenen Regionen ausgeweitet.

Welche konkreten Auswirkungen die angekündigten Warnstreiks auf Fahrgäste im Regionalverkehr haben werden, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Ver.di bittet die Bevölkerung um Verständnis für mögliche Einschränkungen. Die Tarifverhandlungen sollen fortgesetzt werden.