Analphabetismus-Fachtagung an der TU Chemnitz

Analphabetismus ist in der heutigen modernen Zeit auch in Deutschland ein noch weit verbreitetes Problem.

Betroffen davon sind nicht nur Jugendliche. Auch viele Erwachsene können nicht oder nicht richtig lesen und schreiben.

Eine Fachtagung hat sich deshalb am Mittwoch an der TU Chemnitz mit dem Thema beschäftigt.

Bloggen, chatten, twittern, liken – die Generation Internet unterhält sich im World Wide Web oft nur noch im Telegrammstil. Rechtschreibung und Grammatik treten dabei oft in den Hintergrund.

Der Unterschied ist jedoch, ob es bloß Tippfehler sind oder ob man der deutschen Schriftsprache gar nicht richtig mächtig ist.

Allein in Sachen gibt es immer noch rund 200.000 Menschen, die nicht oder nicht richtig lesen und schreiben können. Alarmierende Zahlen, die zum Handeln auffordern.

Das sieht die Koordinierungsstelle Alphabetisierung, kurz Koalpha, im Freistaat Sachsen genauso, und hat deshalb am Mittwoch zu einer Fachtagung in die TU Chemnitz eingeladen. Im Mittelpunkt standen dabei die Grundbildungsdefizite vor allem bei den Jugendlichen.

Interview Ingrid Ficker – Koordinierungsstelle Alphabetisierung

Die Ursachen für funktionalen Analphabetismus sind verschieden. Neben ungünstigen sozialen Faktoren werden häufig auch Wahrnehmungsstörungen und LRS genannt.

Viele Betroffene scheuen sich davor rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen und schieben so das Problem auf die lange Bank. Doch irgendwann holt es nahezu jeden ein und wenn es erst im Erwachsenenalter ist.

Dabei gibt es Hilfsangebote und Projekte von verschiedenen Bildungseinrichtungen und Institutionen in Sachsen. Einige davon wurden heute im Rahmen der Fachtagung vorgestellt.

Interview Ingrid Ficker – Koordinierungsstelle Alphabetisierung

Darüber hinaus bietet der alljährliche Schreibwettbewerb, initiiert durch Koalpha, einen Ansporn für Kursneustarter und Fortgeschrittene, das Erlernte thematisch umzusetzen.

In diesem Jahr entstanden so unter dem Motto „Sachsen gefällt mir“ die unterschiedlichsten Arbeiten.

Interview Dr. Cornelia Wehner – Freie Referentin an der EWS Dresden

Mehr als 30 Arbeiten aus verschiedenen Kursen wurden eingesendet und die besten werden nun anlässlich des Weltalphabetisierungstages im September prämiert.

Die Arbeiten sind auch ein Zeichen dafür, dass es ist nie zu spät ist, um mit dem lesen und schreiben zu beginnen.

Und wenn es, eben getreu der modernen Zeit, mit Hilfe des Internets ist.