Andy Warhol Ausstellung in Chemnitz

„Death and Disaster“ – „Tod und Unglück“ – unter diesem makaberen Motto werden ab Samstag in den Kunstsammlungen Chemnitz Werke von Andy Warhol gezeigt.

Es ist die erste Ausstellung in Europa überhaupt, die sich ausschließlich diesem Thema des berühmten amerikanischen Pop-Art-Künstlers widmet.

Gezeigt werden mehr als 60 zum Teil großformatige Bilder aus den Jahren 1957 bis 1982, die sich unterschiedlichen Formen von Tod und Unglücken nähern: Hinrichtung, Selbstmord, Verkehrunfällen oder Rassenunruhen.

Heiner Bastian war jahrelang, bis zum Tode des Künstlers 1987, mit Andy Warhol befreundet.

Er hat bereits einige bedeutende Warhol-Retrospektiven in Berlin, Los Angeles und London erarbeitet.

Sechsundzwanzig Jahre nach einer Ausstellung in Houston, Texas, die sich ebenfalls mit der düsteren Seite des Schaffens Andy Warhols beschäftigte, können die weltbekannten Werke nun in Chemnitz erlebt werden.

Interview: Heiner Bastian – Kurator der Ausstellung

Andy Warhol selbst fühlte sich nach einer schweren Kindheit zeitlebens vom Tod und Unglücken verfolgt.

1962 begann er seine Erfahrungen und Beobachtungen in Siebdruckarbeiten in all ihrer drastischen Direktheit umzusetzen.

In den Vereinigten Staaten stieß er dabei zunächst auf Unverständnis und Ablehnung.

Dafür stand man in Europa seiner Auseinandersetzung mit düsteren Themen offener gegenüber.

Interview: Heiner Bastian – Kurator der Ausstellung

Warhol revolutionierte mit seinem Kunstverständnis die Kunstwelt und den Kunstmarkt.

Durch Siebdruck wollte er den Schaffensprozess mechanisieren, das Motiv sprechen lassen ohne persönlichen künstlerischen Ausdruck.

Seine Reflektionen zu Tod und Katastrophen sollte die oft übersehenen Opfer sichtbar machen, auch wenn sie auf dem Kunstmarkt wieder zur Ware wurden.

Interview: Heiner Bastian, Kurator der Ausstellung

Möglich wurde die einzigartige Ausstellung durch zahlreiche private und öffentliche Leihgeber aus der ganzen Welt, zwei Drittel der Werke stammen aus den USA.

Das viele Bilder bedeutender Künstler wie Andy Warhol als Spekulationsobjekt hinter verschlossene Türen wandern und nicht mehr öffentlich gezeigt werden, entwickelt sich für viele Museen mehr und mehr zu einem Dilemma.

Umso kostbarer wird dadurch die Ausstellung in Chemnitz. Sie ist noch bis zum 22. Februar in den Kunstsammlungen am  Theaterplatz zu sehen.