Angst am Geldautomat

Letztes Jahr stiegen Verluste durch Betrugsfälle an Geldautomaten um etwa 50 Prozent auf 60 Millionen Euro. Zum Schutz vor Betrugsversuchen gibt es jedoch viele Tipps. Mehr unter www.dresden-fernsehen.de +++

Wie das Bundeskriminalamt mitteilte, stiegen die Verluste durch Betrugsfälle am Geldautomaten im vergangenen Jahr um rund 50 Prozent auf etwa 60 Millionen Euro. Insgesamt wurden demnach 3183 Geldautomaten manipuliert. Die Sparda-Bank Berlin erklärt, wie der Betrug am Geldautomaten funktioniert und wie sich Kunden schützen können. 

1. Wählen Sie den Geldautomaten gut aus
Laut BKA sind vor allem Geldautomaten betroffen, die in Außenfassaden von Gebäuden installiert sind. Automaten in videoüberwachten Vorräumen von Bankfilialen gelten als weniger gefährdet. 

2. Benutzen Sie Ihre ec-Karte nicht zum Öffnen der Tür
Die häufigste Masche ist das so genannte „Skimming“, das Ausspähen der Kartendaten an manipulierten Geldautomaten. Die Betrüger installieren dafür Geräte zum Auslesen der Magnetstreifen. Neben den eigentlichen Geldautomaten werden auch die Türöffner zum Vorraum der Bank manipuliert. Hier sind solche Veränderungen besonders schwer zu erkennen, weil trotz Manipulation der Zugang zur SB-Zone wie gewohnt freigegeben wird. Die Sparda-Bank Berlin hat deshalb alle automatischen Türöffner abmontiert. Falls doch nötig, sollten Kunden die Tür nicht mit der gleichen Karte öffnen, mit der sie anschließend Geld abheben wollen, sondern beispielsweise eine andere Karte verwenden. 

3. Decken Sie die Tastatur mit der Geldbörse ab
Die Betrüger verstecken Kameras und filmen die Kunden bei der PIN-Eingabe. Die Kameras sind als Rauchmelder getarnt, in einem Prospekthalter oder hinter einer aufgeklebten Blende am Automaten verborgen. Wenn Sie Ihre PIN eingeben, decken Sie deshalb die Tastatur mit der anderen Hand oder der Geldbörse ab, damit Ihre Geheimzahl nicht ausgespäht werden kann. 

4. Machen Sie die Rüttelprobe
Schauen Sie sich den Geldautomaten genau an, bevor Sie Geld abheben. Und rütteln Sie ruhig einmal an einem verdächtig wirkenden Kartenschacht oder einer Aufsatztastatur: Unter Umständen haben Sie dann das aufgeklebte Lesegerät der Betrüger in der Hand. 

5. Informieren Sie die Polizei
Beim „Cashtrapping“ installieren die Täter eine baugleiche Attrappe des Verschlusses über dem Geldausgabeschacht und verhindern, dass der Bankkunde auf das Geld zugreifen kann. Später holen die Kriminellen das Geld dann selbst aus der „Falle“. Bei der Bargeldabhebung wird das Geld zwar ausgeworfen, bleibt aber an einem Klebestreifen an der Rückseite der Attrappe hängen. Der Bankkunde vermutet einen technischen Defekt am Geldausgabeschacht. In einem unbeobachteten Augenblick bauen die Täter die Attrappe samt dem Geld wieder ab und verschwinden. Wenn bei der Abhebung kein Geld ausgegeben wird, sollten Sie am Geldautomaten bleiben und sofort die Bank informieren. Im Zweifelsfall melden Sie Ihren Verdacht bei der Polizei. 

6. Lassen Sie Ihre ec- oder Kreditkarte nie aus den Augen
Wenn Sie die Karte aus der Hand geben, genügt schon ein kurzer unbeaufsichtigter Moment, um die Daten auf dem Magnetstreifen auszulesen. Dann ist dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Nicht nur beim Geldabheben, auch beim Einkaufen oder im Restaurant sollten Sie die Karte deshalb immer im Blickfeld haben. Akzeptieren Sie also nicht, dass der Verkäufer oder das Servicepersonal mit Ihrer Karte im Nebenraum verschwindet. Achten Sie auch sorgfältig auf den Betrag, bevor Sie den Abrechnungsbeleg unterschreiben. Ist die Unterschrift erst einmal geleistet, sind nachträgliche Reklamationen zwecklos. 

7. Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge
Die erlangten Kartendaten werden in der Regel sehr schnell verwertet; meist liegen nur zwei bis drei Tage zwischen dem Datenabgriff und dem betrügerischen Einsatz der gefälschten Karten im Ausland. Die Daten und Geheimzahlen übertragen die Täter auf Blankokarten mit Magnetstreifen. Damit wird dann im Ausland Geld abgehoben. Überprüfen Sie deshalb regelmäßig Ihre Kontoauszüge auf verdächtige Abbuchungen. Obwohl alle 93 Millionen ec-Karten in Deutschland inzwischen einen Chip tragen, kann auf den Magnetstreifen nicht verzichtet werden. Er wird für das Bezahlen mit Unterschrift und für die Benutzung der Karte in Ländern ohne Chipterminals (z.B. den USA) auch weiterhin benötigt. 

8. Informieren Sie Ihre Bank
Sind Sie tatsächlich Opfer eines Betrugs am Geldautomaten geworden, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und informieren Sie Ihre Bank. Wurde der Geldautomat tatsächlich manipuliert, kommt die Bank für den Schaden auf.

Quelle: Sparda-Bank Berlin eG

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar