Angst vor nuklearer Katastrophe: “Keine Gefahr für Deutschland!“

Bundesumweltminister Röttgen sieht trotz der Schwierigkeiten bei drei japanischen Kernkraftwerken keine Gefahren für Deutschland. Die Entfernung von Japan nach Deutschland sei zu weit, so Röttgen bei einer Pressekonferenz in Bonn. +++

Bundesumweltminister Röttgen: „Es handelt sich um eine außerordentliche Gefahrenlage und es kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausgeschlossen werden, dass es bei den japanischen Kernkraftwerken zum Äußersten kommt. Ich bin überzeugt, dass die Japaner alles tun werden, um einen Atomunfall zu verhindern. Sie sind dazu auch gut in der Lage“.

Röttgen drückte den Japanern seine Anteilnahme für die Opfer nach dem Erdbeben aus. Ausdrücklich versicherte er, dass Deutschland zu jeder Hilfe bereit sei, um Gefahren bei den japanischen Kernkraftwerken auszuschließen.

Information zu möglichen Auswirkungen eines Kernkraftwerkunfalls in Japan
Nach bisherigem Kenntnisstand des Bundesumweltministeriums sind von dem Erdbeben in Japan mehrere Kernkraftwerke betroffen.

Im Kernkraftwerk Fukushima I mit insgesamt 6 Blöcken ist bei drei Blöcken ein Problem mit der Stromversorgung aufgetreten. Offenbar besteht bei zwei Blöcken die Gefahr eines größeren Unfalls, da die Nachkühlung zurzeit nicht gewährleistet ist. Notfallmaßnahmen wurden durch den Betreiber eingeleitet. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu größeren Freisetzungen radioaktiver Stoffe kommen kann.

Aufgrund der großen Entfernung zu Japan ist in Deutschland allenfalls mit Auswirkungen zu rechnen, die nur Bruchteile der hiesigen natürlichen Strahlenexposition ausmachen. Mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die deutsche Bevölkerung ist nicht zu rechnen.

Der Deutsche Wetterdienst hat darüber hinaus vorsorglich erste Trajektorien-Berechnungen zur Windausbreitung durchgeführt, die aufgrund der in Japan herrschenden Wetterlage erstellt wurden. Danach würde eine gegebenenfalls kontaminierte radioaktive Wolke zunächst auf den Pazifischen Ozean (südostsüd) hinaus ziehen und nach etwa 24 Stunden nach Südwesten in Richtung der Philippinischen Inseln abdrehen. Die Philippinischen Inseln würden dann in etwa 5 Tagen erreicht. Eine weitere Vorhersage ist zurzeit nicht möglich. Da es sich bei der Wetterlage nach Aussage des Deutschen Wetterdienstes um eine Hochdrucklage handelt, werden die Luftmassen nach unten gedrückt und würden nicht weiter in größere Höhen vordringen. Der europäische Luftraum wäre vorerst nicht beeinflusst.

Quelle: Bundesumweltministerium
Bildquelle: Deutscher Bundestag

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