Anklage gegen Sachsen LB Vorstände

Im Fall der Pleite der Sächsischen Landesbank erhebt die Staatsanwaltschaft Leipzig erneut Anklage gegen ehemalige Vorstände. +++

Nachdem bereits 2011 drei ehemalige Vorstände der Sachsen LB wegen Untreue angeklagt wurden müssen nun vier weitere ehemalige Manager rechtliche Konsequenzen fürchten. Das teilte heute die Staatsanwaltschaft Leipzig mit. Ihnen werden Untreue und Fehlinformationen vorgeworfen.

Im Mittelpunkt stehen dabei dubiose Finanztransaktionen mittels zweier irischer Fonds. Die Sachsen LB hatte bei ihren Auslandsgeschäften mit hoch riskanten Immobilienpapieren große Verluste gemacht. Im Zuge der globalen Finanzkrise konnte die Bank nur durch einen Notverkauf an die Baden – Württembergische Landesbank und eine Milliardenbürgschaft des Landes Sachsen gerettet werden.

Dem Landgericht werden mit der fast 600 Seiten umfassenden Anklageschrift über 900 Leitzordner Akten vorgelegt. Im Zuge der Ermittlungen wurden von den Beamten des Bundeskriminalamtes und den Staatsanwälten weit über 6000 Leitzordner sichergestellte Geschäftsunterlagen und über 1000 Terrabyte digitale Daten gesichtet und ausgewertet. Darüber hinaus mussten rund 150 Zeugen, auch in Irland, vernommen und befragt sowie im Zeitraum vom Februar 2011 bis September 2012 zwei Gutachten eingeholt werden. Die Ermittlungen gegen einen weiteren ehemaligen Vorstand der vormaligen Sachsen LB dauern noch an.