Anklage nach Rohrbombenanschlägen erhoben

Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, wurde nun gegen vier junge Männer (18, 18, 19, 20 Jahre alt) aus dem Landkreis Nordsachsen Anklage wegen des Tatverdachts einer Sprengstoffexplosion und des schweren Bandendiebstahls in mehreren Fällen beim Amtsgericht Leipzig erhoben.

Drei der Angeschuldigten (18, 19/zur Tatzeit 18, 20) wird zur Last gelegt, im Zeitraum vom 15.01.2011 bis 30.01.2011 jeweils in den Nachtstunden an insgesamt neun Bahnhöfen der Deutsche Bahn AG in Sachsen (Mockrehna, Dahlen, Riesa, Grimma), Sachsen-Anhalt (Weißenfels, Bad Kösen), Brandenburg (Bad Liebenwerda) und Bayern (Bad Steben/Oberfranken, Bad Staffelstein/Oberfranken) mit selbstgebauten sog. Rohrbomben insgesamt zwölf Fahrkartenautomaten aufgesprengt zu haben, um an die im Innern der Automaten befindlichen Geldkassetten zu gelangen.

Dem vierten Angeschuldigten (18) wird zur Last gelegt, zumindest an vier Tatorten mit dabei gewesen zu sein.

Bei drei Fahrkartenautomaten gelangten die Angeschuldigten nicht an die Geldkassetten, so dass es insoweit beim Versuch blieb, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Aus den anderen neun Geldautomaten erbeuteten die Angeschuldigten insgesamt mehr als 19.000 Euro, die sie untereinander aufteilten. Der verursachte Gesamtsachschaden liegt nach Angaben der Deutsche Bahn AG bei ca. 20.000 Euro, so die Staatsanwaltschaft.

Die Angeschuldigten haben nach ihren Festnahmen Anfang Februar 2011 im Verlauf der Ermittlungen zum Teil umfangreiche Geständnisse abgelegt und Angaben zur Planung der Taten und zu den Tatabläufen gemacht. Motiv für die Straftaten war offensichtlich das Bestreben, an Geld zu kommen.

Derzeit befinden sich noch zwei der Angeschuldigten (18, 19) in Untersuchungshaft. Gegen zwei Angeschuldigte (18, 20) wurden die Haftbefehle bereits Anfang Februar 2011 durch den Ermittlungsrichter bei dem Amtsgericht Leipzig gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Das Strafgesetzbuch sieht für die den Angeschuldigten zur Last gelegten Straftaten des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion eine Freiheitsstrafe von jeweils mindestens einem Jahr und bis zu fünfzehn Jahren und für die Straftaten des schweren Bandendiebstahls eine Freiheitsstrafe von jeweils mindestens einem und bis zu zehn Jahren vor.

Da es sich bei den Angeschuldigten um Heranwachsende handelt wird das Jugendschöffengericht zu prüfen haben, ob das Erwachsenenstrafrecht oder das Jugendstrafrecht Anwendung zu finden hat.