Annaberg: Anstatt Handy Drogen gefunden

Eigentlich hatten die Ermittler des Kriminaldienstes vom Polizeirevier Annaberg ein unterschlagenes Handy gesucht.

Was sie fanden, waren 11,5 Gramm Crystal und Utensilien für den Drogenkonsum und -verkauf. Fundort war die Wohnung eines 27-Jährigen in Annaberg Anfang Februar 2014.

Der junge Mann stand zunächst im Verdacht, ein Handy unterschlagen zu haben. Das Mobiltelefon hatte ein Besucher einer Spielothek am Neujahrstag dort liegen lassen. Als er zurückkam, um es zu holen, hatte es bereits eine Angestellte gefunden und die anwesenden Gäste befragt. Der nunmehr Tatverdächtige, der ebenfalls an jenem Tag dort Gast war, meldete sich augenscheinlich als der Eigentümer, steckt es ein und verließ kurz darauf die Spielothek.

Der Handybesitzer erstattete Anzeige bei der Polizei. Ermittler sichteten das Videomaterial der Überwachungskamera und entdeckten darauf den 27-Jährigen als einen „Bekannten“. Mit dem Mann hatten sie bereits bei anderen Ermittlungen zu tun.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Chemnitz erließ das Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Tatverdächtigen, um das Handy vom Typ „Samsung Galaxy Mega“ zu finden. Das war jedoch nicht in der Wohnung. Stattdessen fanden die Kriminalisten auf dem Tisch eine Cliptüte mit einer kristallinen Substanz, die sich als Crystal herausstellte. Ein daraufhin angeforderter Rauschgiftsuchhund erschnüffelte ein Tütchen mit Mariuhana (1,3 Gramm). Neben diesen Drogen stellten die Ermittler auch eine Feinwaage, eine Wasserpfeife sowie unbenutzte Cliptütchen sicher.
Aufgrund dessen vermuten die Ermittler, dass der Mann die Drogen nicht nur zum Eigenbedarf hatte, sondern sie auch verkaufen wollte. Schon verkauft haben dürfte der Tatverdächtige auch das Handy, um für seinen Eigenkonsum „flüssig“ zu sein. 

Gegenwärtig wird das sichergestellte Crystal in der Rechtsmedizin in Leipzig nach dem reinen Wirkstoffgehalt untersucht. Sollte sich bei der Untersuchung herausstellen, dass der reine Wirkstoffgehalt der sichergestellten 11,5 Gramm so hoch ist, dass es sich nicht mehr um eine geringe  Menge Betäubungsmittel handelt, droht dem 27-Jährigen allein dafür mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe.

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar