Anstieg bei Masern-Erkrankung in Sachsen

In Sachsen erkrankten in diesem Jahr bereits 11 Personen im Alter zwischen 5 und 44 Jahren an Masern. Alle Erkrankten waren nicht gegen Masern geimpft.

Diese 11 Krankheitsfälle, von denen 5 im Krankenhaus behandelt werden mussten, bedeuten einen deutlichen Anstieg: In den letzten fünf Jahren wurden in Sachsen jeweils nur 1 bis maximal 4 Masernerkrankungen registriert. Deutschlandweit wurden im Jahr 2011 bisher mehr als 400 Erkrankungsfälle von Masern gemeldet. Vor allem Bayern und Baden-Württemberg berichten über hohe Erkrankungszahlen.

Die durch Tröpfcheninfektion übertragenen Masern sind hoch ansteckend und keinesfalls immer harmlos – ganz im Gegenteil. Komplikationen können schwere, ja zum Teil tödliche Verläufe nach sich ziehen. Auch Spätfolgen sind möglich. Typische Komplikationen bei Masern sind z. B. Lungen- und Mittelohrentzündung, aber auch Entzündungen des Gehirns bzw. der Hirnhäute (Enzephalitis, Meningitis) sowie des Herzmuskels (Myokarditis) und der Leber (Hepatitis) sind möglich. Als besonders gefährdet gelten hierfür Säuglinge und Kleinstkinder, aber auch Erwachsene. Jeder Fünfte aus dieser Patientengruppe muss auf Grund der Schwere des Krankheitsbildes im Krankenhaus behandelt werden.

Eine gefürchtete Spätfolge ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis, eine Entzündung des Gehirns, die erst nach Jahren auftritt und immer zum Tode führt. Hiervon sind vor allem Kinder betroffen, die in ihrem ersten Lebensjahr an Masern erkrankt waren. Dies ist insofern besonders tragisch, da diese Kinder noch nicht durch eine Impfung, die in der Regel erst zu Beginn des zweiten Lebensjahres erfolgt, geschützt sind. Bei besonderer Gefährdung, wie zum Beispiel Erkrankungsausbrüchen im direkten Umfeld, können Säuglinge deshalb bereits ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat immunisiert werden. Eine hohe Durchimpfungsrate der Gesamtbevölkerung verhindert auch bei den unter 1-Jährigen Erkrankungsfälle, da Geimpfte das Virus nicht auf gefährdete Personen übertragen.

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) empfiehlt allen nach 1958 geborenen Personen, die nicht nachweislich eine Masernerkrankung durchgemacht haben, sich impfen zu lassen. Prinzipiell gibt es keine Altersbegrenzung für die Masernimpfung, nur Schwangere dürfen nicht geimpft werden.