Antisemitismus: Fälle in Leipzig häufen sich

Leipzig - Die Zahl der antisemitischen Vorfällen nimmt in Leipzig seit zwei Jahren wieder zu. Vor allem an Schulen sei es heute ein stärkeres Problem als noch vor einigen Jahren, sagt Henry Lewkowitz vom Erich Zeigner Haus e.V. Der Verein setzt sich für Gewaltfreiheit, Zivilcourage und Toleranz ein.

Spätestens seit dem Anschlag in Halle, nachdem auch in Leipzig Synagogen durch Polizeikräfte geschützt wurden, ist das Thema Antimsemitismus in der Messestadt präsenter denn je.

"Wir bekommen die Rückmeldung, dass das Wort 'Jude'  auf dem Schulhof wieder verstärkt  als Diskriminierung verwendet wird und das ist Besorgniserregend. Ein ganz befriedetes Verhälnis finden wir auch in Leipzig nicht vor - auch wenn ich ganz klar sagen muss, das die Verhältnisse außerhalb von Leipzig wahrscheinlich noch viel schlimmer sind als in der Stadt selbst", erklärt Lewkowitz.

Erinnert wurde in Leipzig an diesem Freitag an die Reichspogromnacht vor 81 Jahren. Am Abend und in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden Mitten in der Stadt hunderte jüdische Einwohner angegriffen und verhaftet, ihre Wohnungen, Geschäfte und Betstuben gezielt zerstört.

© Leipzig Fernsehen

Die große Synagoge der Jüdischen Gemeinde an der Ecke Gottsched-/Zentralstraße wurde damals in Brand gesteckt. Heute erinnert dort ein Mahnmal an die vielen Opfer der Stadt.

In Gedenken an die Opfer wurden in der ganzen Stadt Stolpersteine geputzt und mit Mahnwachen an die schrecklichen Ereignisse erinnert. Die Organisation der Aktion lag beim Erich-Zeigner-Haus e.V.

Anlässlich des Jahrestages dieser Ereignisse gibt es in Leipzig noch einige andere Veranstaltungen. Unter anderem wird am 10. November um 18 Uhr der Gottesdienst in der Thomaskirche dem Gedenken an die Pogromnacht gewidmet. Einen Tag später lädt die Jüdisch-Christliche Arbeitsgemeinschaft um 16Uhr an den Gedenkstein am Partheufer.