Anton Luber ist einziger blinder Teilnehmer am Chemnitz-Marathon

Wenn am 5. Juni der Startschuss zum 3. Chemnitz-Marathon fällt, beginnt für alle Läufer eine gut 42-Kilometer lange Herausforderung.

Noch etwas größer ist diese Herausforderung für Anton Luber aus Nürnberg. Der 45-jährige ist seit seiner frühen Jugend blind. „Sport habe ich trotzdem immer gerne gemacht. Leichtathletik und Tandemfahren im Sommer, Skilanglauf im Winter. Auch Torball, eine spezielle Ballsportart für Blinde, spiele ich seit vielen Jahren.“

Seine Leidenschaft fürs Laufen ist dagegen noch recht jung. „Im Jahr 2006 habe ich angefangen. Eine Bekannte erzählte mir, dass sie regelmäßig läuft. Da habe ich es auch mal probiert und es hat von Anfang an Spaß gemacht.“ Einzige Schwierigkeit für den zweifachen Familienvater: „Ich brauche immer einen Begleitläufer. Der übernimmt die Führung auf der Strecke, ist quasi mein Auge. Und dieser Begleitläufer muss natürlich auch in der Lage sein, einen Marathon zu laufen.“ Natürlich hat Anton Luber aber nicht sofort mit der Königsdisziplin der Läufer angefangen. „Zuerst kamen einige Stadtläufe. Man muss sich ja langsam an die Distanz heran arbeiten. Meinen ersten Marathon bin ich dann vor zwei Jahren in Regensburg gelaufen.“ Mittlerweile stehen 16 Marathons zu Buche und das teilweise nur noch als Vorbereitung für die richtig langen Kanten. „Inzwischen bin ich auch schon zweimal über 50 Kilometer gelaufen. Bei einem 6-Stunden-Lauf kamen 61 Kilometer zusammen und die Krönung war bisher der Rennsteiglauf über 72,7 km. Im Juli will ich beim Thüringer Ultra einen 75 Kilometer-Lauf angehen.“
Das Training gestaltet sich dabei manchmal schwierig: „Weil eben immer ein Begleitläufer dabei sein muss. Denen muss ich mich dann auch ein wenig anpassen. Der eine ist schneller, der andere etwas langsamer. Aber ich bin dankbar, dass mir so viele Läufer helfen. Und in erster Linie lauf ich des Laufens wegen und nicht um Zeiten zu jagen.“ Bei 3:35 Stunden steht seine persönliche Marathon-Bestzeit. „Im Normalfall bleibe ich immer gut unter vier Stunden, je nach Gelände und Streckenführung.“

Und wie funktioniert das Zusammenspiel mit dem Begleitläufer? „Wir halten beide ein Band in der Hand, das ist etwa einen halben Meter lang und laufen nebeneinander her. Grobe Richtungsänderungen oder Hindernisse auf der Strecke sagt der Begleiter an, ansonsten zieht er leicht am Band oder drückt mich mit dem Unterarm in die gewünschte Richtung. Dieses System funktioniert zum Glück auch ohne gemeinsames Training.“ Deshalb wird der Chemnitz-Marathon auch eine Premiere. Mit Wolfgang Böss, der ihn in Chemnitz begleitet, ist Anton Luber noch nie zusammen gelaufen. „Nicht einen Meter bislang. Mal schauen, wie das klappt.“

Den größten Spendenlauf in Sachsen nutzt Anton Luber in erster Linie als Training. „Zeitlich passt es perfekt in meine Vorbereitung für den Thüringer Ultra. Dass dabei auch noch etwas Gutes getan und Spenden gesammelt werden, ist natürlich klasse.“

Ein Teil der Spendenerlöse kommen in diesem Jahr den Schülern der Körperbehindertenschule Chemnitz zu Gute. Und der Anwendungsentwickler von den städtischen Energiebetrieben in Nürnberg wird ganz sicher einen hübschen Teil beitragen. Ein Euro pro gelaufenem Kilometer wandert in die Spendenbox des Lionsclub Wasserschloss Klaffenbach e.V..

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