Anwohner fordern Hochwasserschutz für Tolkewitz

Das Hochwasser im Juni hat Dresden wieder stark getroffen. Seitdem wird auch der Ruf nach mehr Hochwasserschutz wieder lauter. +++

Laubegast soll im Alten Elbarm durch eine Kombination von Deich und Mauern vor der Elbe geschützt werden. Auf der anderen Seite des Alten Elbarms, in Tolkewitz, sorgen sich nun die Anwohner, welche Auswirkungen das auf ihren Stadtteil hat. 

Die Toeplerstraße in Dresden-Tolkewitz. Sowohl 2002 als auch 2013 hat das Hochwasser hier starke Schäden angerichtet. Der Spielplatz eines Kindergartens stand mehrmals unter Wasser. Im Keller dieses Mehrfamilienhauses wurde die Haustechnik Opfer der Fluten.

Interview im Video mit Frank Hesse, Anwohner
Interview im Video mit Dieter Mattheß, Anwohner

Die Toeplerstraße liegt an einem alten Elbarm. Steigt die Elbe, dann wird dieses Gelände überflutet. Wenn jetzt Flutschutzmauern und ein Deich für Laubegast entlang des alten Elbarms geplant werden, sorgen sich die Anwohner gegenüber um die Auswirkungen auf Tolkewitz.

Interview im Video mit Diethard Genauck, Anwohner Toeplerstraße

Bisher finden die Anwohner mit ihren Bedenken bei der Stadt kein Gehör. Überlegungen für mehr Schutz des Wohngebiets strengen sie trotzdem an.

Zum Beispiel ein Damm zwischen zwei Erhebungen im alten Elbarm, der die Toeplerstraße bis 8,50 Meter schützen würde. Ab einem Elbpegel von 7,20 Meter steht sonst hier das Wasser. Diethard Genauck hat bei einem Ingenieurbüro angefragt, was so ein Bau kosten würde.

Der erste grobe Kostenvoranschlag beläuft sich auf 100.000 Euro für einen einfachen Erddamm oder 225.000 Euro für einen Teilschutzdamm. Bei beiden Varianten kommen Kosten für Vermessung, Baugrunderkundung und Planung noch dazu.

Auch die Schäden des Hochwassers von 2002 bei den Betroffenen Grundstücken hat Genauck bei seinen Nachbarn zusammengetragen. Sie belaufen sich nach deren Angaben auf fast 700.000 Euro. Ein Damm könnte sich also durchaus lohnen und wirtschaftlich sein.

Unterstützung erhalten die Anwohner von SPD Stadtrat Albrecht Pallas.
 
Interview im Video mit Albrecht Pallas (SPD), Dresdner Stadtrat
 
Akribisch haben die Anwohner alle Informationen zusammengetragen. Sie wollen weiter dafür kämpfen, dass ihr Anliegen ernst genommen wird.

Natürlich haben wir auch im Dresdner Umweltamt um ein Interview zu diesem Thema gebeten. Dort wollte sich aber niemand dazu äußern.