April, April! – Woher kommt der Narrenbrauch?

Wer kennt es nicht: Am ersten April wurde man bestimmt schon einmal hinters Licht geführt und mit den Worten „April, April“ aufgeklärt. Doch woher kommt der Brauch Freunde und Familienmitglieder aufs Korn zu nehmen? +++

Der Brauch, am 1. April die Leute zu veräppeln, ist nicht nur in westeuropäischen Ländern üblich. Auch in den USA, Australien, Südafrika und Indien wird er gepflegt.

Wann und wie dieser aber Brauch entstanden ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Fest steht, dass man die Redewendung „in den April schicken“ in Deutschland, genauer gesagt in Bayern, erstmals 1618 verwendet hat. Im restlichen Deutschland wurde die Redensart zum ersten Mal 1631 überliefert.

Das Wort April-Narr wurde zum ersten Mal im Jahre 1733 schriftlich erwähnt. In Abraham a Santa Claras Werk „Etwas für alle“ heißt es: „Heut‘ ist der erste April, da schickt man den Narren wohin man will.“

Den ersten abgedruckten Aprilscherz gab es im Jahre 1774: Man führte die Leute hinters Licht, indem behauptet wurde, dass Hühner wie Chamäleons ihre Farbe ändern können. Wenn man also den Stall in verschiedenen Farben streicht, ändern die Hühner ihre Farbe und legen auch bunte Eier.

Man vermutet als Grundlage für den Aprilscherz verschiedene heidnische Frühlingsbräuche, die mit Scherzen das Frühjahr einleiteten.

Eine weitere Erklärung könnte sein, dass der französische König Karl IX. Im Rahmen der Kalenderreform den Neujahrestag vom 1. April auf den 1. Januar vorverlegte. Wer noch am alten Datum festhielt, wurde wohl als April-Narr bezeichnet.

Außerdem gilt der 1. April als Tag des „Narrenballs“. An diesem Tag war der französische König Heinrich IV. Mit einer vermeintlich 16-Jährigen in einem Lustschloss verabredet. Anstelle der jungen Dame stand jedoch seine Ehefrau, Maria v. Medici mit dem gesamten Hofstaat vor ihm und begrüßte ihn herzlich zum „Narrenball“.

Auch die christliche Sitte der römischen Kirche die Leidensgeschichte Christi öffentlich darzustellen wird als Grundlage für diesen Brauch gesehen. Es soll das spottvolle Hin- und Herschicken Christi von Haunas zu Kaiphas und von Pilatus zu Herodes veranschaulichen.

Anderen Überlieferungen zufolge gilt der 1. April aber als Unglückstag. An diesem Tag soll Judas Iscariot geboren und sich später erhangen haben. Auch soll am 1. April der Himmels- oder Engelssturz stattgefunden haben, als Luzifer aus dem Himmel verbannt wurde.

Ganz gleich welche Erklärung es für diesen spaßigen Brauch gibt, so sollte man dem 1. April mit offenen Augen begegnen, um unnötige Gänge zu vermeiden und sich nicht hinters Licht führen zu lassen.