Aquaponik Projekt auf Chemnitzer Sonnenberg

Leerstehende, abrissreife Häuser gibt es in Chemnitz genug.

Was häufig fehlt sind Ideen, um die Gebäude wieder mit Leben zu erfüllen. Auf dem Chemnitzer Sonnenberg verfolgt man jetzt ein Projekt, was deutschlandweit einzigartig ist.

Es ist eine kühne Vision: Ein Gebäude in dem Großstadtgärtnern, Wohn- und Geschäftsräume gemeinsam ihren Platz finden.

Noch ist das bunt besprühte Eckhaus im Chemnitzer Stadtteil Sonnenberg seit Jahren im Dornröschenschlaf versunken.

Wenn es nach Angelika Scheuerl und ihren Mitstreitern geht, wird in den kommenden Jahren eine spektakuläre Idee verwirklicht.

Die Chefin des Sozialpädagogischen Betreuungsdienstes im Nebenhaus ist die Inhaberin des maroden Gebäudes.

Die Frage, wie man das Haus wieder mit Leben erfüllt, beschäftigt sie schon lange.

Interview: Angelika Scheuerl, Diplomsozialpädagogin

Der ambitionierte Plan beinhaltet eine Anlage zur Fischzucht und Gemüseanbau, Aquaponik genannt, in das Wohngebäude zu integrieren – ein deutschlandweit einzigartiges Vorhaben.

So soll in einem Teil des Gebäudes an der Peterstraße ein gläserner Aquaponik-Turm entstehen.

Die dabei erzeugten Produkte – Fisch und Gemüse – sollen in einem ebenfalls im Haus befindlichen Bioladen verkauft werden.

Außerdem sind Büros, eine Arztpraxis und barrierefreier Wohnraum geplant.

Damit könnte nach den Vorstellungen der Projektpartner ganz nebenbei auch das Gebiet nahe des Lessingplatzes aufgewertet werden.

Interview: Angelika Scheuerl, Diplomsozialpädagogin

Kernstück des Projektes ist der gläserne Aquaponik-Gemüseturm, der sich über vier Stockwerke erstrecken soll.

Das Prinzip klingt einfach: Das Wasser aus der Fischzucht wird abgepumpt und die Exkremente der Fische in biologischen Pflanzendünger umgewandelt.

Die Gemüsepflanzen nehmen die Nährstoffe auf und das dadurch gereinigte Wasser wird wieder den Fischen zugeführt.

Klingt einfach und stellt dennoch die Planer für große Herausforderungen.

Interview: Andreas Girndt, Architekt

Um weitere Interessenten zu gewinnen und technische Details zu studieren, ist nebenan ein Gewächshaus für die Pflanzenzucht errichtet worden.

Nur von einer Wand getrennt steht eine kleine Fischzuchtanlage.

Hier soll in den kommenden drei Tagen ein Workshop stattfinden, um das Prinzip der Aquaponik zu testen.

Es sind kleine Schritte auf dem Weg zur Erfüllung eines großen Traums. Die größte Hürde muss allerdings noch übersprungen werden – die Finanzierung.

Geschätzt 2,5 Millionen Euro sind nötig, um eine Ruine in ein Vorzeigeprojekt zu verwandeln.
Deshalb läuft die Suche nach Investoren und Fördermitteln auf Hochtouren.