Arbeitsminister Morlok: Arbeits- und Gesundheitsschutz mehr beachten

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz muss auf sächsischen Baustellen mehr Beachtung finden.

„Das Risiko, auf einer Baustelle zu verunglücken, ist doppelt so hoch wie in den anderen Wirtschaftsbranchen“, appelliert Wirtschafts-, Arbeits- und Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) sowohl an die Unternehmer als auch Mitarbeiter.

„Jeder der vier tödlichen und 88 schweren Arbeitsunfällen im vergangenen Jahr war einer zuviel. Darum bleiben Beratungen der Unternehmer zur Verbesserung der betrieblichen Arbeitsschutzorganisation und des Sicherheitsniveaus und Baustellenkontrollen und Schwerpunkt des Arbeitsschutzes.“

Nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen des „Aktionsprogramm Baustellen“ haben die Arbeitsschutzbehörden im vergangenen Jahr bei mehr als 5.400 Kontrollen 7.900 Mängel festgestellt. Mehr als die Hälfte der kontrollierten Absturzsicherungen waren nicht zulässig bzw. fehlten ganz.

Jedes zweite Baustellengerüst hatte Mängel hinsichtlich der Stand- und Tragsicherheit. Bei mehr als einem Drittel der Abbrucharbeiten war die Organisation unzureichend. Ursachen dafür sind hauptsächlich mangelnde Arbeitsschutzorganisation und fehlendes Sicherheitsbewusstsein. Jeder vierte Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan auf Baustellen entsprach nicht den Anforderungen.

Insgesamt ergingen rund 1.140 Revisionsschreiben und rund 520 Anordnungen. In neun Fällen mussten Verwarnungen ausgesprochen und in sieben Bußgeldbescheide erlassen werden.

Das „Aktionsprogramm Baustellen“ gibt es in Sachsen bereits seit 1994.