Arbeitssieg im Derby

Am Ende sollte ein 3:4 auf der Anzeigetafel stehen und Sieger waren (wieder) nicht die Saale Bulls Halle.

Vor der, für ein Derby, recht mageren Kulisse von 997 Zuschauern, bot sich den angereisten Gästefans nach zehn gespielten Minuten ein unerfreulicher Anblick. Ihre Blue Lions lagen mit zwei Toren hinten. Die Hausherren hatten eindeutig den besseren Start erwischt, markierten das 1:0 durch Fadrny und das 2:0 durch Gross. Ein Zwischenstand, mit dem es in die erste Pause gehen sollte, der aber aus Leipziger Sicht nur auf Besserung hoffen lassen konnte.

Die Hoffnungen sollten erfüllt werden. Wieder einmal kamen bissigere Löwen aus der Kabine zurück und waren bemüht, das Spiel in die eigenen Hände zu nehmen. Eine Strafe für Halles Kuhlee war gerade abgelaufen, als Tom Fiedler einen trockenen Schuss auf das Hallenser Tor zog. Irgendwie fand die Scheibe springend ihren Weg in die Maschen und Halles Goalie musste zum ersten Mal hinter sich greifen. Fast genau zehn Minuten später konnte der Leipziger Fanblock dann das schönste Tor des Abends bejubeln. Lars Müller setzte einem Befreiungsschuss der in Unterzahl agierenden Blue Lions nach. Der Abpraller von der Bande hinter dem Tor landete auf seiner Kelle und er stand, von der Halleschen Verteidigung übersehen oder allein gelassen, allein vor Goalie Pascha. Also rein damit und Sekunden später zappelte der Puck hoch im Gestänge zwischen den Maschen – Ausgleich.

Im letzten Abschnitt sollten erneut die Hausherren vorlegen. Pohling erhöhte den Spielstand für Halle auf 3:2. Die Antwort der Blue Lions ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Jacub Wiecki stellte den schnellen Ausgleich her, nachdem Patrick Schmid und Max Kenig die Vorarbeit geleistet hatten. Etwas mehr als die Hälfte des letzten Drittels war gespielt, als der erste Führungstreffer der Löwen fallen sollte. Patrick Schmid gelang das 3:4 für Leipzig. Bis zur Schlusssirene hieß es aber noch mehrmals „Luft anhalten“ für den Leipziger Anhang. Sebatian Staudt im Tor behielt jeoch die Nerven und die wichtigen drei Punkte auf Leipzigs Seite.

„Es war ein Arbeitssieg, der viel Kraft gekostet hat. Die Jungs haben sich nach dem ersten Drittel ins Spiel gekämpft und Moral bewiesen“, lautete die Ausage von Trainer Zdenek Travnicek. Sein Gegenüber, Uwe Liebetrau war indes weniger glücklich. „Es war das dritte gute Spiel aber wir haben wieder keine Punkte. Leipzig hat natürlich auch die Chancen genutzt, die sie hatten…“ Ob denn das bessere der beiden Teams an diesem Abend gewonnen habe, wollte keiner der beiden Trainer beantworten.

Wichtig aus Leipziger Sicht sind die drei Punkte, die gleichbedeutend mit einem Platztausch in der Tabelle sind. Bis Sonntag liegen die Blue Lions nun wieder auf dem zweiten Rang hinter Hannover. Das anstehende direkte Duell mit Bad Nauheim kann bei einem Sieg dazu genutzt werden, sich bis auf fünf Punkte abzusetzen. Anbully Sonntag 17 Uhr in der Eisarena zu Leipzig.