Archäologen entdecken am Neumarkt Funde aus der Frühzeit Dresdens

Bei den Grabungen zwischen Jüdenhof und Kulturpalast sind Grund- und Kellermauern von Gebäuden aus dem hohen Mittelalter bis 1945 zu Tage getreten. Bis Mitte Mai werden die Ausgrabungen noch andauern. +++

Seit Herbst 2013 laufen die Ausgrabungen im Quartier VI zwischen Kulturpalast und Jüdenhof. Der letzte Abschnitt im südwestlichen Bereich des Areals umfasst 350 m² und wurde am 1. März 2014 in Angriff genommen. Nun nähern sich die Untersuchungen langsam ihrem Ende. Dr. Thomas Westphalen, Abteilungsleiter Archäologie und Grabungsleiterin Susanne Schöne M.A. stellten daher heute die Resultate den Medien vor.

Im Laufe der Grabungen wurde eine große Anzahl von Funden und Befunden geborgen und dokumentiert, die von der Zeit des Hohen Mittelalters bis in das 20. Jahrhundert reichen. Typisch für Dresden finden sich auch hier die Grund- und Kellermauern der 1945 zerstörten Häuser, die dieses Innenstadtquartier prägten. Allein 120 Mauerbefunde haben die Archäologen freigelegt. Hinzu kommen hunderte von Keramikfragmenten und auch Tierknochen, die zu den Haushaltsabfällen des Mittelalters zählen. Nicht verspeist wurde vermutlich der Hund, dessen Schädel mit mächtigem Gebiss ebenfalls zu den Funden zählt.

Viele Details, vor allem aus den ehemals nicht unterkellerten Bereichen des Quartiers, stammen aus der frühen Phase Dresdens, denn hier sind die archäologischen Schichten bis heute erhalten geblieben. Andere Funde erzählen die Geschichten von Brand und Zerstörung nicht nur vom Februar 1945.

So ist sicherlich der spektakulärste Befund auf dieser Grabung ein mit Holz verschalter Erdkeller des frühen 13. Jhs., der mitsamt dem darüber stehenden Holzgebäude einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen sein muss. „Mit 5 x 4 Metern hat er eine für seine Zeit ansehnliche Ausdehnung. Dendrochronologische Untersuchungen an gut erhaltenen Resten der Schwellhölzer werden uns noch genaue Auskunft über sein Alter geben“, sagt Grabungsleiterin Susanne Schöne.

Bis Mitte Mai werden die Ausgrabungen noch dauern.

Quelle: Landesamt für Archäologie