arche noVa fordert finanzielle Absicherung der humanitären Syrienhilfe

Zurzeit bereitet die Dresdner Organisation arche noVa ihr Winterprogramm für 20 Schulen im ländlichen Raum vor. Für jeweils rund 5.000 Euro erhalten die Schulen Öfen und Heizmaterial sowie die Schüler Winterkleidung. +++

arche noVa – Initiative für Menschen in Not e.V. betont im Zuge der heutigen Syrienkonferenz in Berlin die Notwendigkeit der Humanitären Hilfe innerhalb des Bürgerkriegslandes. „Je mehr Menschen in Syrien geholfen werden kann, desto weniger Menschen fühlen sich gezwungen, das Land zu verlassen“, erläutert arche noVa Geschäftsführer Sven Seifert, die Philosophie der Hilfsorganisation mit Sitz in Dresden.

Allein der Libanon hat mehr als eine Million Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen, diese entspricht rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung des Libanon. Dies führt dazu, dass die angrenzenden Länder die Durchlässigkeit der Grenzen für Flüchtlinge mehr und mehr einschränken. 

Innerhalb Syriens gebe es durchaus funktionierende Selbsthilfestrukturen auf lokaler Ebene, die von den Hilfsorganisationen genutzt werden können, um die Not der betroffenen Bevölkerung zu lindern. Seit mehr als drei Jahren arbeitet das arche noVa-Einsatzteam in diesem Sinne im Norden von Syrien.  

Zurzeit bereitet arche noVa neben den laufenden Lebensmittelverteilungen sein Winterprogramm für 20 Schulen im ländlichen Raum vor, für jeweils rund 5.000 Euro erhalten die Schulen Öfen und Heizmaterial sowie die Schülerinnen und Schüler  Winterkleidung.

Vor Beginn des vierten Kriegswinters ist die Lage der Bevölkerung sowie der 4,2 Millionen intern Vertriebenen und 3,5 Millionen Flüchtlingen in den Nachbarländern dramatisch und dürfte sich noch weiter zuspitzen, da vielen Hilfsorganisationen die Mittel ausgehen.
 
„Dies betrifft sogar das Welternährungsprogramm, das bereits die Kalorienration bei ihren Lebensmittelverteilungen gekürzt hat“, so Seifert. Die Syrienhilfe sei in diesem Jahr nur zu 47 Prozent abgesichert. Noch schlechter seien die Perspektiven für 2015, da einige internationale Geldgeber eine Halbierung der Mittel vorgesehen haben. „Angesichts der dramatischen Lage vor Ort ist das ein falsches Signal, welches die Lage der Menschen vor Ort in eine ausweglose Situation treibt“ kommentiert Seifert die Haltung der Staatengemeinschaft.  

Neben dieser „Gebermüdigkeit“ macht den humanitären Helfern die Eskalation des Konfliktes und die schwierigen Bedingungen vor Ort zu schaffen. „Eigentlich hatten die Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats im Juli Erleichterung verschaffen sollen, doch davon ist nur wenig zu spüren. Nach wie vor erschweren bürokratische Auflagen der syrischen Regierung, die Ausweitung des Konfliktes in Syrien und auf die Nachbarländer sowie die Schwierigkeiten bei sogenannten „Cross Border“ und „Cross Line“ Operationen die Arbeit der Hilfsorganisationen. Um in Syrien mehr tun zu können, müssen wir sowohl grenzüberschreitend als auch die Konfliktlinien überschreitend agieren können. Doch einen solchen humanitären Korridor gibt es nicht.“

Einen Lichtblick macht Geschäftsführer Seifert trotzdem aus: „Es gab in diesem Jahr mehr als 50 temporäre, lokale Waffenstillstände, die die Konfliktparteien miteinander vereinbart haben, um Hilfsgüterverteilungen zu ermöglichen. 20 Stunden ohne Beschuss ist für die Bevölkerung nach drei Jahren Krieg eine krasse Erfahrung und ist für uns alle ein Hoffnungszeichen, dass kleine Schritte möglich sind.“

Zu einer politischen Lösung des Konfliktes gebe es keine Alternative. arche noVa schließt sich der Forderung der Allianz von über 50 internationalen, und lokalen Nichtregierungsorganisationen an, der zufolge die internationale Gemeinschaft, insbesondere der UN Sicherheitsrat den Konflikt wieder auf die politische Agenda setzen muss.

arche noVa zählt zu den wenigen Hilfsorganisationen die trotz schwieriger Sicherheitslage seit gut drei Jahren mit Projekten der humanitären Hilfe innerhalb Syriens aktiv ist. Durchschnittlich unterstützt arche noVa täglich rund 30.000 Menschen. Im Mittelpunkt stehen Lebensmittelverteilungen sowie die Produktion und Verteilung von Brot. Außerdem wird der Unterricht an provisorischen Schulen unterstützt und Aktivitäten im Bereich der Gesundheitsvorsorge und Infrastruktur durchgeführt.

Das Budget der Syrienhilfe von arche noVa umfasst bisher 6,5 Millionen Euro, die vor allem vom Auswärtigen Amt und der Gesellschaft für Zusammenarbeit (GIZ)  zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus verfügt arche noVa für diesen Einsatz über Mittel aus dem Bündnis Aktion Deutschland Hilft und einen geringen Anteil an eigenen Spendengelder.

Quelle: arche noVa – Initiative für Menschen in Not e.V.

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