Architekten der Fakultät Bauwesen starten neues Forschungsprojekt zu beheizbaren Holzelementen

Wissenschaftler der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) wollen in den nächsten drei Jahren eine gut regulierbare sowie energie- und platzsparende Infrarotheizung entwickeln.

Die Flächenheizung soll aus elektrisch leitenden Folien innerhalb von Holzformteilen, beispielsweise in einem Stuhl aus Holz, entstehen. Diese neue Form der Heizung arbeitet sparsam und verursacht kaum Luft- und Staubbewegungen. Daher ist sie besonders für Allergiker geeignet.

Drei Mitarbeiter der HTWK Leipzig entwickeln nun die so genannte Holzumformtechnologie weiter bis zur Marktreife – wobei die elektrische Flächenheizung in den Holzformteilen, beispielsweise für den Innenausbau, im Mittelpunkt steht. Die Forschungsgruppe „3D Formholz“ im Studiengang Architektur unter Leitung von Professor Henning Rambow warb für das Projekt 350.000 Euro Drittmittel ein. Es ist Partner im ZIM-Projekt (Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand) „3D Formholz als modular einsetzbare Flächenheizung“, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und der AiF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen).

Zum Wintersemester 2010/2011 startete das neue Forschungsvorhaben, welches aus einem vorherigen Projekt wie zufällig hervorgegangen ist: „Die Idee zu elektrischen Flächenheizungen entstand als „Abfallprodukt“ aus der im „3D-Formholz“-Projekt entwickelten und inzwischen zum Patent angemeldeten Beheizung einer Pressform (zum Verformen von Holzteilen) mit elektrisch leitenden Folien und Geweben. Bei einem der vielen Pressversuche in der Werkstatthalle der Fakultät Bauwesen überlegten wir, diese Medien in das Pressgut selber einzulegen und somit beheizbare Holzelemente zu schaffen“, so Professor Rambow.

Zusammen mit Industriepartnern aus den Bereichen Caravanbau, Innenausbau, Yachtbau, einem Elektronikunternehmen und den langjährigen Forschungspartnern von der Fakultät Maschinenbau der FH Schmalkalden sollen die Anwendungsmöglichkeiten dieser Heizung nun realitäts- und marktnah entwickelt und getestet werden. Erste Testreihen für weitere auf der Technologie aufbauende Forschungsvorhaben sind an der HTWK Leipzig für die kommenden Monate geplant. Ziel ist unter anderem, mit der neuen Form der Heizung einen geeigneten Wärmeschutz der bis jetzt noch unsanierten Altbauten zu schaffen.

Die Vorteile von elektrischen Flächenheizungen liegen auf der Hand: Sie reagieren sehr viel schneller als klassische Warmwasserheizungen oder elektrische Konvektoren. Sie sind somit besser steuerbar und müssen nur heizen, wenn die Heizung auch wirklich benötigt wird. Sie können wie eine Lichtquelle bei Nutzung eines Raumes an- und beim Verlassen ausgeschaltet werden. Infrarotheizungen sind physiologisch angenehmer als Konvektionsheizungen und verursachen kaum Luft- und Staubbewegungen.

Quelle: HTWK Leipzig