Arztzahlen in Sachsen

Ärztinnen sind in Sachsen in der Mehrzahl. Der Anteil ausländischer Ärzte steigt auf 10 Prozent. +++

Aktuell leben in Sachsen 22.160 Ärzte (31.12.2012). Dies sind 578 Ärzte mehr als im Jahr zuvor. Darunter befinden sich 1.821 ausländische Ärzte aus 91 Nationen. 15.934 Ärzte sind derzeit in Sachsen berufstätig davon 8.623 im stationären und 6.488 im ambulanten Bereich.

Im ambulanten Bereich setzt sich der Bedarf an Ärzten weiter fort. Waren es 2007 noch 5.759 Ärzte mit eigener Praxis, sank die Zahl 2012 auf 5.536 niedergelassene Ärzte. Dagegen stieg die Zahl der in Niederlassung angestellten Ärzte im Vergleich zu 2011 um 92 an.

„Dies zeigt, dass immer weniger Ärzte eine eigene Praxis übernehmen, sondern lieber als Ange-stellte z.B. in Teilzeit in einer Praxis arbeiten. Bedenklich ist dies vor allem für die ländlichen Bereiche. Daher sollten Anstrengungen, wie das von der Sächsischen Landesärztekammer initi-ierte Netzwerk ‚Ärzte für Sachsen’, unbedingt fortgeführt werden, um den rückläufigen Trend im ambulanten Bereich zu stoppen“, so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze.

Die Zahl der berufstätigen Ärztinnen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 191 auf 8.265. Ihr Anteil an allen berufstätigen Ärzten beträgt jetzt 52 Prozent. Die Anzahl berufstätiger Mediziner erhöhte sich dagegen nur um 174 auf 7.669 Ärzte (48 Prozent). Vor zehn Jahren waren es noch 51 Prozent Ärzte und 49 Prozent Ärztinnen. Prof. Schulze: „Diesem Trend der Feminisierung wird an vielen sächsischen Krankenhäusern schon durch vorhandene, familienfreundliche Arbeits-bedingungen wie Teilzeitmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten bereits Rechnung getragen.“

Die meisten ausländischen Ärzte stammen aus Osteuropa, wie der Tschechischen Republik der Slowakei (212), aus Polen (199), Rumänien (149), der Russischen Förderation (122), Bulgarien (85), Ungarn (82) und der Ukraine (74). Aus Österreich dagegen, mit dem es einen Freundschaftsvertrag mit dem Freistaat Sachsen gibt, kommen 77 Ärzte.
Von den ausländischen Medizinern arbeiten 1.433 Ärzte im stationären und 240 im ambulanten Bereich, davon 84 in einer Niederlassung und 156 Ärzte sind in einer Niederlassung angestellt. Der Anteil der ausländischen Ärzte beträgt in Bezug auf die berufstätigen Mediziner in Sachsen 10,5 Prozent.

Prof. Schulze betont ausdrücklich, „dass die ausländischen Kollegen vor allem in den ländlichen Regionen maßgeblich dazu beitragen, dass Patienten gut versorgt werden. Einige Kliniken könnten den Betrieb mancher Stationen ohne die internationalen Ärzte nicht aufrechterhalten, weil sie in Deutschland keine Mediziner finden“. Der Präsident setzt zur besseren Verständigung zwischen Ärzten oder mit den Patienten auf berufsbegleitende weiterführende Sprachkurse. Viele Krankenhäuser in Sachsen würden bereits solche Sprachkurse anbieten.

Durch den demografischen Wandel und die weitere Spezialisierung der Medizin nimmt der Be-darf an medizinischen Leistungen und damit auch an Ärzten weiter zu. Außerdem arbeitet eine zunehmende Anzahl von Ärzten auch in stationären Einrichtungen in Teilzeit. „Aus dem Anstieg der absoluten Zahlen kann daher nicht geschlussfolgert werden, dass es keinen Ärztebedarf mehr gibt. Vielmehr bietet der Freistaat weiterhin sehr gute Perspektiven für junge Ärzte, insbesondere für Hausärzte.“, so Prof. Dr. Jan Schulze.

Quelle: Sächsische Landesärztekammer

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