Asylunterkunft in Chemnitz-Einsiedel vorgestellt

Auf großes Interesse ist am Dienstagnachmittag der Besichtigungstermin für die geplante Asylunterkunft im ehemaligen Pionierlager im Chemnitzer Ortsteil Einsiedel gestoßen.

Bevor sich die Einsiedler Bürger selbst ein Bild von der Einrichtung machen konnten, hatte die Landesdirektion Sachsen und das Deutsche Rote Kreuz zunächst zahlreiche Medienvertreter durch das Gelände geführt.

Erst am Montag hatte die Stadt Chemnitz die Baugenehmigung für die Erstunterkunft unter Brandschutzauflagen erteilt. Nun laufen die Vorbereitungen bis zur Ankunft der ersten Flüchtlinge auf Hochtouren.

In den kommenden Wochen und Monaten sollen bis zu 544 Asylsuchende in dem Komplex unterkommen. Laut Landesdirektion sollen dabei überwiegend Familien untergebracht werden.

Interview: Peter Darmstadt, Leiter Zentrale Ausländerbehörde in Sachsen

Ende der 1970er Jahre sind auf dem Gelände des Pionierlagers „Palmiro Togliatti“ die markanten Bungalows entstanden, die nun als Asylunterkunft dienen sollen.

Anders als in vielen provisorischen Notunterkünften kann hier ein Mindestmaß an Privatsphäre erreicht werden. Die Ausstattung der Zimmer ist allerdings sehr spartanisch.

Interview: Toni Hofmann, Leiter der Einrichtung – Deutsches Rotes Kreuz

Seit der Bekanntgabe der Pläne, das ehemalige Pionierlager und spätere internationale Schulungszentrum zu einer Asylunterkunft umfunktionieren, hat es in Einsiedel von Teilen der Bevölkerung massive Proteste gegeben.

Die Blockade der Zufahrtsstraße und wöchentliche Schweigemärsche mit teils fremdenfeindlichen Anklängen hatten bundesweit für Aussehen gesorgt.

In diesem ländlichen geprägten Raum wollen die Verantwortlichen mit der verstärkten Unterbringung von Familien vor allem der Verunsicherung von vielen älteren Menschen entgegenwirken.

Interview: Peter Darmstadt, Leiter Zentrale Ausländerbehörde in Sachsen

Wann genau die ersten Asylsuchenden in das ehemalige Pionierlager einziehen, steht noch nicht genau fest.

Von Seiten des Deutschen Roten Kreuzes als Betreiber und der Behörden wird gehofft, dass sich bis dahin die Vorbehalte und Ängste vieler Bürger in Einsiedel etwas verringert haben.