Auch ohne Indianer viele Abenteuer

Hohenstein-Ernstthal. Autorenduo arbeite fünf Jahre an neuer Karl-May-Bildbiografie. Beim Aufbau des Buches wurden neue Wege beschritten.

Hohenstein-Ernstthal (UW). Zugegeben, mit Indianern mussten sich die beiden Autoren Gerhard Klußmeier und Hainer Plaul bei der Herstellung ihrer neuen Karl-May-Bildbiografie nicht herumschlagen. Auch mit Banditen und anderen Schurken hatten sie nichts zu tun. Aber ein Abenteuer war die Herstellung des 1500 Fotos umfassenden Buches „Karl May und seine Zeit“ schon.

Beide Autoren haben schon drei Bildbiografien über Karl May veröffentlicht. Dieses mal gingen beide einen anderen Weg. Über diesen berichteten Plaul und Klußmeier mit einem Vortrag in der Karl-May-Begegnungsstätte. „Wir haben keine Neuauflage unserer alten Werke herausgebracht, sondern etwas ganz anderes“, sagte Gerhard Klußmeier. Karl May werde nicht losgelöst von allem gezeigt, sondern in seiner Zeit und seinem gesellschaftlichen Umfeld. Das mache May`s Tun und Handeln verständlicher.

Statt einer Chronologie gibt es einzelne Kapitel mit Vor- und Rückgriffen. Dabei wurden auch regionale und lokale Bezüge mit eingearbeitet. So werden auch die Schönburger erwähnt und auch Orte, die mit May einen Bezug haben wie beispielsweise Penig.

„Wir haben die Themen stets auf zwei Seiten dargestellt“, so Hainer Plaul. Oftmals war nur ein interessantes Foto vorhanden. Wir brauchten aber mehr und mussten unendliche lange recherchieren. Museen, Archive und Privatpersonen mussten konsultiert werden. Das war sehr aufwendig.“

Ein Beispiel dafür ist das Kapitel über die May-Persiflage „Karl May unter den Apachen“. Das Buch kennt niemand und ist in Deutschland nicht erschienen. Nur in Frankreich wurde Plaul fündig. Er wollte den Einband in der Biografie zeigen. Es dauerte Monate, ehe das gewünschte Foto per CD vor lag. „Die Zeit lief uns davon und die Arbeit musste weiter gehen“, schilderte Plaul die Situation. Erst kurz vor dem Drucktermin habe er das Foto an den Karl-May-Verlag liefern können. Dieser vertraute den Autoren blindlings. Der Verlag erhielt nur die fertige Zuarbeit und unterließ jegliche Eingriffe in die Texte und Konzeption. Außerdem waren Klußmeier und Plaul ihre eigenen Lektoren, was sehr ungewöhnlich ist.

Beide Autoren mussten aber auch dem Verlag vertrauen. Im Herbst 2002 begannen die Arbeiten an der Bildbiografie. Alles war nur mündlich mit dem May-Verlag abgesprochen. „Erst im Frühjahr 2007 erhielten wir unseren Vertrag“, erläuterte Hainer Plaul. „Wir mussten bis dahin alles auf Vertrauensbasis erarbeiten. Aber es hat sich gelohnt. Die Zusammenarbeit war sehr gut.“

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