Auf den Spuren von Wilhelm Külz

Dresden - Zum 70. Todestag von Wilhelm Külz begibt sich Thomas Widra am Dienstag, den 10. April, im Stadtarchiv Dresden auf die historischen Spuren des liberalen Politikers. Külz war unter anderem Oberbürgermeister der Stadt Dresden von 1931 bis 1933. Er widersetzte sich der nationalsozialistischen Gleichschaltung, was zur Enthebung seines Amtes am 14. März 1933 führte.

Die Einzelheiten im Überblick:

Zeit: Dienstag, 10 April, 18 Uhr
Ort: Stadtarchiv Dresden, Elisabeth-Boer-Straße 1

Bitte melden Sie Ihr Kommen unter info@kuelz-stiftung.de an.

Den Vortrag eröffnen und begrüßen wird Thomas Kübler, Archivdirektor des Stadtarchivs Dresden. Nach Wilhem Külz ist seit 1991 eine Stiftung in Sachsen benannt. Ihr Ziel ist es, mit ihrer politischen Bildungsarbeit den Liberalismus zu fördern und den Menschen ein freiheitliches Gesellschaftsbild zu vermitteln. Sie ehrt im Rahmen der Veranstaltung den Todestag ihres Namensgebers.

Wilhelm Külz wurde am 18. Februar 1875 in Borna geboren. Er stammte aus einer sächsischen Pfarrersfamilie. Für die vielfältige und erfolgreiche kommunalpolitische und politische Karriere von Wilhelm Külz stehen seine Mandate als Oberbürgermeister von Zittau (Wahl am 31. Mai 1912) sowie als Reichstagsabgeordneter.

© Wilhelm Külz Stiftung

Von 1920 bis 1933 hatte Külz außerdem den Landesvorsitz der DDP in Sachsen inne und zog am 6. Juni 1920 als Spitzenkandidat der DDP in den Reichstag ein, dem er auf Grund der Mandatsniederlegung eines Parteikollegen bereits seit 1919 angehörte. Im Januar 1926 wurde er von seiner Stelle als 2. Bürgermeister der Stadt Dresden (1923 bis 1926) zum Reichsminister des Inneren berufen.

1931 wählte ihn das Dresdner Stadtparlament zum Oberbürgermeister. Am 7. März 1933 widersetzte er sich der nationalsozialistischen Gleichschaltung und verweigerte das Hissen der Hakenkreuzfahne auf dem Rathaus in Dresden. Das führte zu seine Amtsenthebung. Die NS-Zeit überlebte er in der inneren Emigration als Mitarbeiter von Wirtschaftsverbänden, besaß aber Kontakte zu Widerstandskreisen

Mitte Juni 1945 gehörte Külz in Berlin zum Gründerkreis der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDP) und wurde im November desselben Jahres deren Vorsitzender. Im Alter von 73 Jahren verstarb er am 10. April 1948 in Berlin.

Das Bild des Politikers ist bis heute umstritten - insbesondere in Hinblick auf seine Rolle in der gleichgeschaltete LDP(D)-Führung. Im Westen galt er dagegen als wohlmeinender, aber wenig durchsetzungs- und konfliktfähiger Politiker, der nicht ganz freiwillig die Errichtung der SED-Diktatur unterstützte.