Ausblick: Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 2022

Dresden- Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben heute ihr Programm für 2022 bekanntgegeben. Die Ausstellungen im kommenden Jahr werden unter das Motto "Der Schlüssel zum Leben" gestellt.

Ausstellungen wie die namensgebende des Mathematisch-Physikalischen Salons und des Museums für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung „Der Schlüssel zum Leben. 500 Jahre mechanische Figurenautomaten“ (3.6.–25.9.2022) richten den Fokus auf die Entwicklung der Mechanik von ihren Anfängen bis zu ihrer auch heute noch zentralen Funktion in automatisierten Bewegungsabläufen in Unterhaltung, Produktion und Forschung. Erstmalig wird der Dresdner Bestand an Figurenautomaten und mechanischen Theatern gezeigt und um ausgewählte Leihgaben zur Geschichte der Konstruktion künstlichen Lebens mit Hilfe der Mechanik ergänzt.

Die Gemäldegalerie Alte Meister feiert den 300. Geburtstag des venezianischen Malers Bernardo Bellotto und präsentiert in der Ausstellung „Zauber des Realen. Bernardo Bellotto am sächsischen Hof“ (21.5.–28.8.2022) zahlreiche Veduten von Dresden, Pirna, Warschau und anderen Städten, die mit ihren detailreichen Schilderungen einen differenzierten Einblick in die Epoche des Barock geben.

Eine weitere Sensation ist die Schau „Weltflucht und Moderne. Oskar Zwintscher in der Kunst um 1900“ im Albertinum (14.5.2022–15.1.2023). Dreh- und Angelpunkt bildet das international noch zu entdeckende Gesamtwerk des sächsischen Malers Oskar Zwintscher. Sein Name steht neben denen großer Künstler um 1900 wie Böcklin, Hodler, Stuck und Klimt. Durch weit über 100 Exponate lässt sich eindrucksvoll die Bedeutung der Kunst an der spannungsreichen Epochenschwelle zum 20. Jahrhundert erfahren.

Kein anderer Gegenwartskünstler hat unser Zeitalter derartig wirkmächtig in Bilder gefasst wie Gerhard Richter, dessen 90. Geburtstag die SKD mit einer Werkschau feiern, die einen sehr persönlichen, familiären Charakter haben wird („GERHARD RICHTER: Portraits. Glas. Abstraktionen. Eine Ausstellung zum 90. Geburtstag“, 5.2.–1.5.2022). Und schließlich begehen die SKD den 300. Jahrestag der Gründung des Völkerkundemuseums Herrnhut mit einer Jubiläumsausstellung.

Drei Programmschwerpunkte prägen das Jahr 2022 außerdem: eine Konzentration der Aktivitäten der SKD auf den sächsischen Raum, bedeutende internationale Kooperationen sowie ein verstärktes gesellschaftlich-politisches Engagement.

In Sachsen wird es neben dem Jubiläum des Völkerkundemuseums Herrnhut außerdem Präsentationen der Schenkung Sammlung Hoffmann in Görlitz und Zittau geben (Kulturhistorisches Museum Görlitz und Städtische Museen Zittau, 5.3.–12.6.2022).

Die so erfolgreiche Ausstellung zu Johannes Vermeer wird, ergänzt um weitere Leihgaben aus der Gemäldegalerie, in vier Stationen in Japan zu sehen sein: „Johannes Vermeer and the Dutch Masters of the Golden Age from the collection of the Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden” (Tokyo Metropolitan Art Museum, 22.1.–3.4.2022; Sapporo, Hokkaido, Museum of Modern Art, 22.4.–26.6.2022; Osaka, City Museum of Fine Arts, 16.7.–25.9.2022; Miyagi Museum of Art, Sendai, 8.10.–27.11.2022). Im September präsentieren sich die SKD mit einer sammlungsübergreifenden Schau im Musée du Luxembourg in Paris („Saisis par l’art. Repenser le monde à travers la Kunstkammer de Dresde“, 14.9.2022-15.1.2023)

Mit zahlreichen Leihgaben werden die SKD an einer der ältesten und wichtigsten Kunstbiennalen weltweit, der Lyon Biennale, partizipieren („Manifesto of Fragility. Biennale de Lyon 2022“, Lyon, 14.9.–31.12.2022). Die Kuratoren Sam Bardaouil und Till Fellrath untersuchen in der 16. Biennale de Lyon, welche Rolle Kunst und Kultur einnehmen können, um dem Auseinanderdriften unserer Gesellschaften etwas entgegenzustellen. Dabei treten die Schätze des Museumsverbundes in einen lebendigen Dialog mit zeitgenössischen Arbeiten.

Gefördert von der Bundeskulturstiftung, wird das SKD-Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt „Kontrapunkte“ gesellschaftspolitische Themen in den Fokus rücken. Das Projekt geht u.a. der Frage nach, welche Rolle Kunst und Kultur in den komplexen Beziehungen der DDR zu den jeweiligen Partnerländern gespielt haben. Von 2022 bis 2024 finden mindestens acht große Forumsveranstaltungen statt, in denen ein offener Umgang mit der DDR-Geschichte erprobt und praktiziert werden soll. Und schließlich stellen sich die SKD in einer Kooperation mit dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden (DHMD) im Modellprojekt „Museen als Orte der Demokratiebildung“ (1.6.2022–31.12.2024), gefördert von der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, offene Diskussionsräume zu schaffen, in denen gesellschaftliche Themen Platz finden und demokratische Werte ausgelotet werden können.

Mehr dazu unter: www.skd.museum