Ausländerrat Dresden reagiert auf angekündigte NPD-„Brandstiftertour“

Ausländerrat Dresden reagiert mit Aufklärungsarbeit und politischen Gegenaktionen.+++

Nach der Ankündigung der NPD im Sächsischen Landtag, eine so genannte „Aktionswoche gegen das Vordringen des Fremden“ vor sächsischen Flüchtlingsheimen, zentralen Unterkünften und muslimischen Kultur- und Gebetshäusern zu veranstalten, reagiert der Ausländerrat Dresden e.V. mit Aufklärungsarbeit und politischen Gegenaktionen.

„Die Ankündigungen der NPD sind zugleich Drohung und geistige Brandstiftung“, erklärt Sebastian Vogel, Vorsitzender des Ausländerrates Dresden. „Gemeinsam mit unserem Netzwerk aus Vereinen und Initiativen wollen wir vor Ort die bedrohten Menschen schützen, die Öffentlichkeit informieren und unsere Mitmenschen mobilisieren, sich lautstark und zahlreich mit den Betroffenen zu solidarisieren. In wenigen Tagen jährt sich das Novemberpogrom des Jahres 1938.

Nirgends dürfen Menschen ein Podium geboten werden, die in die Fußstapfen der Nationalsozialisten treten. An keinem Ort und zu keiner Zeit dürfen wir das zulassen. Wer im Landtag einen „heißen Herbst“ ankündigt, zündelt nicht nur mit Worten, sondern hat sich zu verantworten, sobald Steine gegen Moscheen geworfen werden oder Brandsätze auf Flüchtlingsheime fliegen.“Schulen, Kirchen, Vereine und lokale Initiativen sind aufgerufen, sich am gemeinsamen Nein gegen Rechts zu beteiligen und den wehrlosen Betroffenen eine Stimme zu geben.

Die kommunalen Ausländerbeauftragten und zuständigen Ämter sind informiert. Die Termine der NPD-Tour liegen vermutlich zwischen 29.10. und 3.11.2012, von NPD-Chef Apfel angekündigte Orte sind „Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen“. Mittlerweile wurden auch „Riesa, Radebeul, Weinböhla“ vom NPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Gansel als Aufmarschorte genannt.

1990 gegründete Ausländerrat Dresden e.V. setzt sich für die Interessen von Menschen mit Migrationshintergrund in Dresden ein. Ziel seiner Arbeit ist die Förderung der kulturellen, sozialen und politischen Integration von Migranten und der Stärkung ihrer Selbstvertretung. Das Internationale Begegnungszentrum (IBZ) beherbergt eine Beratungsstelle für Migranten sowie Kinder- und Jugendarbeit.

Quelle: Ausländerrat Dresden

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