Ausnahmezustand – Wie lokale Verkehrsbetriebe mit den Montagsdemos umgehen

Seit über einem Jahr wird montags in den sächsischen Großstädten demonstriert. Immer wieder ist das auch für die lokalen Verkehrsbetriebe eine Herausforderung. Ausgerechnet den Berufsverkehr legen die Proteste regelmäßig lahm.+++

Einen Demo-Montag haben wir in der Leitstelle der DVB begleitet. Die bilder des Abends sowie Interviews mit Falk Lösch, Sprecher Dresdner Verkehrsbetriebe, und Matthias Galonska, Leiter Betriebslenkung, sehen Sie im Video!

Montagabend – Feierabendzeit in Leipzig, Chemnitz und Dresden – noch herrscht reges Treiben im Berufsverkehr.

Gleiche Zeit in Dresden-Trachenberge: Auch in der Leitstelle der DVB ist es noch ruhig.

Mittlerweile sind die Kollegen in der Leitstelle routiniert bei den Planungen der Montagseinsätze. In Vorbereitung auf Demonstrationen wurden bereits vorab Dienstpläne und Ablösepunkte der Fahrer angepasst.

Auf verschiedene Verkehrsszenarien kann der Fahrbetrieb spontan reagieren, eingespielt sind die Kollegen in der Zentrale.

Kurz vor halb sieben, in den Städten versammeln sich allmählich immer mehr Menschen zu den jeweiligen Demonstrationen.

Währenddessen hat die Leitstelle jetzt engen Kontakt mit sogenannten Dispatchern auf der Straße. Diese schätzen Teilnehmerzahlen ab und beschreiben die Situation vor Ort.

In drei Schichten koordinieren normalerweise sechs Mitarbeiter den Fahrbetrieb für Busse und Straßenbahnen, überwachen die Stromversorgung der Verkehrsmittel und stehen im ständigen Austausch mit den Dispatchern, Polizei, Rettungsdienst und Fahrgästen.

Kurz vor Sieben. Die Versammlungen laufen bereits in den Innenstädten. Noch rollt der Verkehr größtenteils planmäßig.

Die Leitstelle erhält die Meldung, wie viele Menschen sich von wo aus demnächst in Bewegung setzen.

Jetzt muss es schnell gehen und enge Zusammenarbeit ist entscheidend.

Gerade einmal fünf Minuten dauert es dann, bis die Umleitungen in für Fahrgäste sicht- und spürbar werden. Auch in der Leitstelle leert sich die Anzeigetafel, bis nach maximal 15 Minuten keine Bahn den Bereich der Demonstrationen befährt.

Vor allem ältere Fahrgäste kritisieren immer wieder den schlechten Informationsfluss im Umleitungsverkehr.

Auf über ein Jahr Erfahrung mit den Montagsdemonstrationen können sich die Verkehrsbetriebe in Dresden nunmehr berufen. Dennoch muss wöchentlich neu und spontan auf die Proteste reagiert werden.

In Dresden rollt montags der Verkehr ab ungefähr halb neun, spätestens halb zehn wieder planmäßig. Der nächste Montagseinsatz wird dann bereits am Folgetag gedanklich vorbrereitet.

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