Ausschreitungen am Rande der Legida-Demo

Während der Demonstrationen am Montag Abend im Zentrum Leipzigs kam es zu heftigen Ausschreitungen im Leipziger Stadtteil Connewitz. 250 Hooligans randalierten in der Wolfgang-Heinze-Straße, zerstörten Fensterscheiben und griffen Polizei und Bürger an.

Dass das islamkritische Bündnis Legida am Montagabend vor dem Naturkundemuseum demonstrierte, dürfte nur eine Randnotiz sein. Denn zeitgleich gab es im Süden der Stadt heftige Ausschreitungen.

Der Tag danach. Zahlreiche zerbrochene Fensterscheiben auf der Wolfgang-Heinze-Straße in Leipzig Connewitz. Am Vorabend waren hier rund 250 Hooligans, die offenbar zur Fanszene von Lok Leipzig und dem Halleschen FC gehören, durch die Straße gezogen und hatten randaliert. Sie zündeten Pyrotechnik, versuchten Barrikaden zu errichten und griffen Läden an. Nur mit einem Großaufgebot konnte die Polizei die Lage unter Kontrolle bringen.

Ursprünglich hatten am Montagabend zwischen 3.000 und 4.000 Legida-Anhänger an der Demonstration zum einjährigen Bestehen des islamkritischen Bündnisses teilgenommen. Neben Markus Johnke sprachen auch Tatjana Festerling und Pegida Initiator Lutz Bachmann vor den Teilnehmern, die extra aus Dresden angereist waren.

Nur wenige Meter davon entfernt, versammelten sich die Gegendemonstranten unter anderem auf dem Richard-Wagner-Platz.

Zudem wurde nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche mit einer Lichterkette ein Zeichen gegen Rechts gesetzt. Angeführt von Oberbürgermeister Burkhard Jung und dem ehemaligen Thomaskantor Christian Wolff zogen mehrere hundert Menschen unter dem Motto „Leipzig bleibt helle“ um den Ring.

Dass es zwischen beiden Lagern weitgehend friedlich blieb, ist angesichts der Ausschreitungen in Connewitz nur ein Wehrmutstrofen.

Die festgenommenen Randalierer wurden durch mehrere Gefangenentransporte aus dem südlichen Stadtteil abgeführt und auf dem Revier einer Identitätsfeststellung unterzogen. Aber auch auf der Gegenseite kam es zu Auseinandersetzungen mit den Einsatzkräften.

Insgesamt gab es laut Polizei am gestrigen Abend fünf verletzte Polizeibeamte. Auch mehrere Medienvertreter wurden bei den Ausschreitungen angegriffen. Unter anderem auch ein Team von Leipzig Fernsehen.

Neben den Ausschreitungen im Leipziger Süden war auch die Lage in Plagwitz angespannt. Bisher wurden dort jedoch noch keine Straftaten festgestellt.