Aussetzung des Zivildienstes

Das THW in Chemnitz schaut mit Sorge auf das Jahr.

Denn bald bricht eine wichtige Quelle der Mitgliedergewinnung weg, der sogenannte freigestellte Helfer, also ein Wehrpflichtiger. Allein in Sachsen absolviert von den knapp 2.000 Aktiven jeder Vierte seinen Ersatzdienst beim THW.

Im Moment fehlen trotz einiger Hoffnungsschimmer aber immer noch klare Ansagen, wie es weitergeht.

Interview: Rico Graichen – THW Ortsverband Chemnitz

Das THW will zudem versuchen, neue Bevölkerungskreise für sich zu gewinnen. So soll die Frauenquote von aktuell zehn Prozent deutlich erhöht werden, auch Migranten könnten künftig beim THW mitarbeiten. Ob damit die drohende Personallücke geschlossen werden kann, ist aber mehr als fraglich. 

Interview: Rico Graichen – THW Ortsverband Chemnitz

Mit dem Problem der bald fehlenden Zivis muss sich auch der Pflegebereich in Chemnitz beschäftigen.

Im DRK Pflegeheim für Senioren im Heckertgebiet blickt man daher eher skeptisch und mit Sorge auf die Aussetzung des Zivildienstes und die dann fehlenden Kräfte. 

Interview: Irina Frohberg – Heimleiterin DRK Pflegeheim für Senioren

Einer der letzten Zivis, die hier noch arbeiten ist Steffen Mescheder. Der 20-Jährige hat sich ganz bewusst für den Zivildienst entschieden.

Zum Einen wollte er keinen Dienst an der Waffe verrichten, zum Anderen möchte er einmal Altenpfleger werden und nutzt den Zivildienst als Praxistest.

Interview: Steffen Mescheder – Zivildienstleistender

Die Aussetzung des Zivildienstes wird ab Mitte des Jahres eine große Lücke auch in das Chemnitzer Pflegenetz reißen, das steht bereits jetzt fest. Unvermeidlich scheint daher eine Mehrbelastung für die Pflegekräfte oder Aufstockung des Personals.

In beiden Fällen unweigerlich verbunden mit höheren Kosten im Pflegebereich.