Ausstellung „Reklame! Verführung in Blech“ im Grassi Museum

Leipzig- Im Grassi Museum findet aktuell die Sonderausstellung "Reklame! Verführung in Blech" statt. Bis zum 9. Mai können dort Besucher viele alte Werbetafeln und Reklamen bestaunen. 

Wer kennt nicht die bunten Blechschilder, die den Betrachter verleiten sollen, Dinge des alltäglichen Lebens zu kaufen. Längst sind die kultigen Reklame-Tafeln aus Metall Sammel- und Kunstobjekte. In der einstigen Reklamehochburg Leipzig konnte man die farbenfrohen Werbeschilder an vielen Fassaden und Geschäften sehen. Ähnlich unserer Leuchtreklamen heute, wurden sie zunehmend als störend empfunden. Es gab sie in so vielen Farben und Formen, dass teilweise von der "Blechpest" die Rede war. Egal ob für Waschmittel, Cola, Automobile oder Zigaretten geworben wurde, das emaillierte Blech garantierte im Gegensatz zur Plakatwerbung eine lange Lebensdauer.

Die Emailleschilder entwickelten sich von einfacher Werbung zum Kunstobjekt, als Kunstströmungen wie der Jugendstil oder die neue Sachlichkeit von zeitgenössischen Künstlern in die Gestaltung mit eingebracht wurden. Doch die Werbeblechschilder sind nicht nur eine schöne Dekoration. Sie sind auch ein Spiegel ihrer Entstehungszeit und bieten einen Einblick in die Gesellschaft von früher. Viele Rollenbilder und Stereotypen der damaligen Zeit wirken dabei heute stark überholt, finden sich aber nach wie vor in moderner Werbung wider. 

Wie Werbung heute generell funktioniert, können Besucher der Ausstellung in der Orangerie des Grassi Musems erfahren. Dort wurde ein fiktives, modernes Werbebüro namens "Orange Ad" eingerichtet. Die Besucher erhalten hier einen Einblick, wie heutige Werbung produziert wird und welche Arbeitsschritte dabei zu beachten sind. Als Beispiel-Produkt dient hierfür die neu auf den Markt gebrachte Grassi-Schokolade, die die Besucher auch mit nach Hause nehmen können. Bis zum 9.5.2021 können sich Interessierte von den Reklamen einer anderen Zeit faszinieren lassen. Alle weiteren Informationen zur Ausstellung und zu den geltenden Hygienebestimmungen erfahren sie auf der Website des Grassi Museums.