Ausstellung zu Atomkatastrophen eröffnet

Als vor fünf Jahren ein Erdbeben und ein Tsunami in einem Kernkraftwerk im japanischen Fukushima schwere Störfälle auslösten, wurden auch in Chemnitz Mahnwachen abgehalten.

Wie in ganz Deutschland gingen Atomkraftgegner auf die Straßen und forderten ein Umdenken in der Energiepolitik. Tatsächlich wurde nach der Katastrophe von der Bundesregierung der Atomausstieg bis zum Jahr 2022 im Eilverfahren beschlossen.

Seitdem ist das Thema aus den großen Schlagzeilen gerückt, obwohl die Menschen in Japan noch immer unter den Folgen des Reaktorunglücks leiden.

Im Chemnitzer Umweltzentrum ist am Freitag eine Plakatausstellung anlässlich des Jahrestages der Ereignisse eröffnet worden. Unter dem Motto „Die Katastrophe ist noch lange nicht vorbei“ werden die Fakten und Folgen des GAUs in Fukushima, aber auch des Reakorunglücks 1986 in Tschernobyl, beleuchtet.

Interview: Manfred Hastedt, Leiter Umweltzentrum Chemnitz

Nach den Ereignissen 2011 in Japan erreichte das Thema auch die Kommunalpolitik.

So gab es Gespräche mit dem Versorger eins energie, denn Teile des Stadtrates wollten erreichen, dass das Unternehmen komplett auf Kernenergie bei der Stromeinspeisung verzichtet. Tatsächlich ist der Anteil von Atomstrom im Energiemix des Versorgers allerdings nahezu konstant bei rund 9 Prozent geblieben.

Fanden in den vergangenen Jahren stets Mahnwachen zum Gedenken an Fukushima statt, haben die Aktivisten in diesem Jahr darauf verzichtet. Stattdessen soll die Ausstellung das Thema informativ ins Bewusstsein rücken.

Interview: Manfred Hastedt, Leiter Umweltzentrum Chemnitz

Neben dem Gedenken an die Katastrophe gab es auch vielfältige Formen der Hilfe für Betroffene der Reaktorunglücke. Stark engagiert war unter anderem der ehemalige Trainer der NINERS, Torsten Loibl, der mit einer Kunstauktion Spenden sammelte.

Die Hilfsbereitsschaft von einigen Chemnitzern ist weiter ungebrochen.

Interview: Manfred Hastedt, Leiter Umweltzentrum Chemnitz

Für die betroffenen Kinder von Fukushima wurde ein Spendenkonto eingerichtet:

Konto für Spenden für Kinder in Fukushima
Kontoinhaber: Kazuhiko Kobayashi
IBAN: DE43 2008 0000 0966 0021 01
Commerzbank AG Hamburg

Die Plakatausstellung im Umweltzentrum Chemnitz an der Henriettenstraße ist noch bis zum 29. März von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.