Auswärtiges Amt zur atomaren Katastrophe in Japan: Deutsche werden angehalten Metropole Tokio zu verlassen

Das Auswärtige Amt in Berlin hat am Mittwoch aktuelle weitere Reisehinweise für alle Deutschen in Japan herausgegeben. Die Situation im Kraftwerk Fukushima I hat sich auch heute nicht stabilisiert. Lesen Sie hier die gesamte Reisewarnung für den Großraum Tokio und Hinweise für besorgte Deutsche und deren Angehörige:

‚Eine unmittelbare Gesundheitsbedrohung durch radioaktive Strahlung für die Bevölkerung auch außerhalb der gegenwärtigen Sicherheitszone von 30 km Radius um das Kraftwerk zeichnet sich zwar noch nicht ab, lässt sich aber immer weniger ausschließen.

+++ Sollten Sie in Ostjapan unter Einschluss des Großraumes von Tokyo/Yokohama, des Tohoku-Raumes, Hokkaido sowie der Präfekturen Yamanashi, Nagano, Shizuoka und Niigata wohnen oder sich gegenwärtig dort aufhalten, empfiehlt die Botschaft, dass Sie dieses Gebiet vorübergehend in Richtung Westjapan verlassen, bis die Störung in dem Kraftwerk Fukushima I beseitigt ist. +++

Vor dem Hintergrund dieser Situation haben die deutschen Vertretungen in Tokyo und Osaka-Kobe großes Verständnis für die Besorgnisse der Deutschen in Japan.

Daher bieten die Botschaft und das Generalkonsulat deutschen Reisenden aus Westjapan und ihren Familienangehörigen ihre Unterstützung an. Zu diesem Zweck wurden Betreuungsteams eingerichtet, die Ihnen auf den dem Bahnhof von Osaka-Kobe (Shin-Ōsaka) und am Flughafen (Kansai Intl. Airport) in Osaka-Kobe mit Rat und Tat zur Seite stehen. Weitere Einzelheiten hierzu werden in Kürze bekannt gegeben.

Flugzeuge und Züge vom Großraum Tokyo nach Westjapan verkehren gegenwärtig weitgehend planmäßig. Auf den Fernstraßen herrscht zwar teilweise dichter Verkehr; zu gravierenden Behinderungen kam es bisher aber nicht.

Allgemeiner Hinweis:
Die Botschaft empfiehlt nachdrücklich, dass alle deutschen Staatsangehörigen und deren Familienangehörige sich in die Krisenliste der Botschaft eintragen.

Für Deutsche, die sich nach Angehörigen in Japan erkundigen wollen:
Bitte wenden Sie sich rund um die Uhr an den Krisenstab im Auswärtigen Amt in Berlin unter +49 30 5000 3000. Dort werden alle verfügbaren Informationen über Deutsche, die sich in dem Krisengebiet aufhalten, gesammelt.

Für Deutsche im Erdbebengebiet von Nordostjapan:
Die Botschaft bleibt bei weiterhin mangelhaften Kommunikationsmöglichkeiten bemüht, auch von sich aus alle in den japanischen Krisengebieten befindlichen deutschen Staatsangehörigen zu kontaktieren. Alle Informationen, die sie bisher erhalten hat, kamen von Deutschen, die gesundheitlich wohlauf sind. Eine geringe Anzahl von bei der Botschaft gemeldeten Personen konnte bisher telefonisch nicht erreicht werden.

Deutsche, die in den Krisengebieten wohnen oder sich dort aufhalten, werden gebeten, der deutschen Botschaft in Tokyo unter info@tokyo.diplo.de eine Nachricht zukommen zu lassen, ob es Ihnen gut geht. Die deutsche Botschaft steht Ihnen unter dieser Mailadresse sowie unter der Telefonnummer +81 3 5791 7700 auch für Auskünfte zur Verfügung, ferner der Krisenstab im Auswärtigen Amt in Berlin rund um die Uhr unter +49 30 5000 3000.

Das Technische Hilfswerk (THW) hat ein Team, bestehend aus 41 Personen und drei Rettungshunden, zur Unterstützung der japanischen Rettungsbemühungen und zur technischen Beratung der Botschaft nach Japan entsandt. Das Team ist am 13.3. in Narita eingetroffen und hat am 14.3. seine Arbeit im Einsatzgebiet der Stadt Tome in der Präfektur Miyagi aufgenommen. Es wird seine Arbeit planmäßig heute beenden.‘

Quelle: Auswärtiges Amt