Auswärtsspiel ging verdient verloren

Drei Tage nach dem Einzug ins Achtelfinale des EHF-Pokals haben die Handballerinnen des HC Leipzig in der Bundesliga eine Bruchlandung erlebt.

Die Mannschaft von Trainer Heine Jensen kam am Mittwochabend beim Buxtehuder SV nach einer indiskutablen Leistung mit 20:30 (5:12) unter die Räder. Vor rund 1.500 Zuschauern war Susann Müller (5/3) beste Werferin des HCL, der seine dritte Saisonniederlage kassierte. Bei den Gastgeberinnen traf Katharina Schulz als Erfolgreichste neunmal.

Die 1.500 Zuschauer in der Buxtehuder Halle Nord trauten von Anfang an ihren Augen nicht. Nicht etwa der Spitzenreiter HC Leipzig bestimmte die Erstligapartie des neunten Spieltags, sondern der Gastgeber. Unglaublich beweglich auf den Beinen stellte Buxtehude ein Abwehrbollwerk auf, gegen das der HCL über sechzig Minuten keine Mittel fand.

Die offensive und aggressive 3:2:1-Deckung des Gastgebers stand sicher. Dahinter zeigte Torfrau Debbie Klijn mit insgesamt 24/2 Paraden ihre wahrscheinlich mit Abstand beste Saisonleistung. Zwar hatte auch Leipzigs Torfrau Katja Schülke mit sechzehn abgewehrten Bällen einen guten Tag erwischt, sie wurde aber oft von ihren Vorderleuten im Stich gelassen. Der BSV agierte zwar anfangs auch etwas zögerlich im Angriff, steigerte sich aber mit jeder Minute und mit jedem technischen Fehler der Leipziger. Per Strafwurf waren die Hausherrinnen mit 1:0 in Führung gegangen und bauten ihren Vorsprung über 3:1 und 6:2 bis auf 10:3 aus.

Auch eine Auszeit von HCL-Coach Heine Jensen nach einer Viertelstunde änderte daran nichts. Zur Pause rechneten die meisten Fans beim Stand von 12:5 mit einer Angriffsoffensive der Gäste im zweiten Durchgang, die aber ausblieb. Erneut dominierte der BSV mit seinen spielstarken Rückraumakteurinnen Isabell Nagel und Randy Bülau. Auch Jana Stapelfeldt sorgte im zweiten Durchgang für viel Druck. Diane Lamein am Kreis wurde von ihren Mitspielerinnen immer wieder gut in Szene gesetzt. Neben Klijn ragte aber besonders Linksaußen Katharina Schulz mit neun Toren aus einer ausgezeichneten BSV-Mannschaft heraus, die auf ihren Trainer Dirk Leun (Bandscheiben-OP) verzichten musste.

Die Gäste ließen hingegen viele Wünsche offen. Dem HCL machten auch mehrere Zeitstrafen zu schaffen, so wuchs der Abstand sogar noch an. Ein wirkliches Aufbäumen war beim Spitzenreiter nicht zu erkennen, beim 25:15 durch Diane Lamein betrug die Differenz zum ersten Mal zehn Tore.

Den Abschluss setzte BSV-Linkshänderin Anja Neumann eindrucksvoll unter dem Jubel der Buxtehuder Zuschauer mit einem Kempator von Rechtsaußen zum laut HCL-Coach Heine Jensen „hochverdienten“ 30:20-Erfolg. Es war der höchste BSV-Sieg gegen Leipzig aller Zeiten.

Stimmen zum Spiel:

HCL-Coach Heine Jensen: „Wir haben hier heute vollkommen verdient verloren und mein Team hat mich sehr enttäuscht. Die Leistung der Mannschaft kann ich eigentlich in Worten gar nicht beschreiben.“

HCL-Manager Kay-Sven Hähner: „Das Ergebniss geht in Ordnung. Diese Leistung heute war eine der schlechtesten, die ich jemals von einem HCL-Team gesehen habe. Die Mannschaft hat vor allem die mitgereisten Fans,aber auch mich, bitter enttäuscht.“