Auswirkungen der Quelle-Insolvenz

Versicherungsnehmer, Kreditnehmer und Sparer kaum betroffen!

Viele verunsicherte Verbraucher wollen jetzt wissen, ob sich die Insolvenz des Versandhauses Quelle auch auf ihre Finanzdienstleistungsverträge negativ auswirkt. „Versicherungs- und Kreditnehmer sowie Sparer sind von dieser Insolvenz nur am Rande betroffen“, beruhigt Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. „Das heißt, geschlossene Verträge sind unverändert wirksam und von beiden Vertragspartnern zu erfüllen.“ 

Die KarstadtQuelle Versicherung AG (Fürth) gehört bereits seit vielen Jahren zur ERGO Versicherungsgruppe AG (Düsseldorf), die wiederum bei der Münchener Rückversicherungsgesellschaft AG (München) abgesichert ist. In keiner dieser Gesellschaften gibt es derzeit Anzeichen für eine Insolvenz. Bestehende Verträge, etwa Krankenzusatz- oder Kfz-Versicherungen laufen demnach ohne Auswirkungen fort. Das Neugeschäft könnte allerdings unter der Insolvenz des Versandhauses leiden. In diesem Zusammenhang ist nicht ausgeschlossen, dass es dadurch im Bereich der Kapitallebens- und Rentenversicherungen zu geringeren Überschüssen kommt. Dadurch würde die Rendite laufender Verträge geschmälert. 

Auch die KarstadtQuelle Bank AG (Neu Isenburg) ist nicht von der Insolvenz des Versandhauses betroffen. Die Bank ist eine Tochtergesellschaft der Valovis Bank AG (Essen) und diese ist rechtlich und finanziell vom Arcandor-Konzern unabhängig. Wer also einen Kredit bei der KarstadtQuelle Bank abgeschlossen hat, muss seine Raten wie vereinbart weiter zahlen. Wurde zur Finanzierung eines Warenkaufs beim Quelle-Versandhaus ein Darlehen bei einem anderen Kreditinstitut aufgenommen, muss dieses selbstverständlich auch vertragsgemäß zurückgezahlt werden. Teilt der Insolvenzverwalter dem Kreditnehmer in diesem Zusammenhang eine neue Bankverbindung mit, ist die Rate nur noch auf dieses Konto zu zahlen. Die von der KarstadtQuelle Bank ausgegebenen Kreditkarten können weiter genutzt werden. Die jüngsten Meldungen der Bank zum Kartenmissbrauch stehen zwar offensichtlich nicht mit der Insolvenz des Versandhauses im Zusammenhang, sollten aber beachtet werden. Ist es zu einem Datenleck gekommen, das die Bank zu verantworten hat, muss das Kreditinstitut dafür im Schadenfall haften. Wer ein Tagesgeldkonto oder einen Sparbrief bei der KarstadtQuelle Bank laufen hat, muss sich auch nicht sorgen. „Unabhängig davon, dass bei dem Geldhaus keine Insolvenz ansteht, wären jedoch selbst im schlimmsten Fall diese Einlagen über die gesetzliche und die freiwillige Einlagensicherung geschützt“, informiert Heyer. 


Auswirkungen der Quelle – Insolvenz

Schließlich gibt es noch die Quelle Bauspar AG (Fürth), der es nicht zuletzt auch wegen ausbleibenden Neukunden wirtschaftlich schlecht ging. Deshalb wurde sie jüngst von einer Beteiligungsgesellschaft übernommen, die nach jüngsten Meldungen das Unternehmen abwickeln will. Neue Verträge werden demnach wohl nicht mehr abgeschlossen. Durch die Übernahme und auch bei einer Abwicklung bleiben aber alle bestehenden Bausparverträge gültig. In einem Pleitefall wären hier die Einlagen ebenfalls gesichert, also die Guthaben auf dem Bausparvertrag. Der Anspruch auf das Bauspardarlehen ist dann allerdings nicht mehr gesichert. 

Antworten der Verbraucherzentrale erfahren Sie hier!

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

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