Autofahrer im Polizeidirektionsbezirk Westsachsen weiterhin zu schnell und mit zu geringem Sicherheitsabstand unterwegs

Die Polizeidirektion Westsachsen hat am Mittwoch ihre Auswertung des Projektes „Zurückdrängung von Verkehrsunfällen der Unfallursachen „Geschwindigkeit“, „Abstand“ und „Überholen“ der PD Westsachsen, des Landkreises Mittelsachsen und der Stadt Döbeln veröffentlicht:

Im Bereich der Polizeidirektion Westsachsen ereigneten sich im Jahr 2009 14.953 Verkehrsunfälle, davon 1.862 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Unangemessene Geschwindigkeit war die Hauptunfallursache für 1.558 Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr im Direktionsbereich.

Im Bereich des Polizeireviers Döbeln wurden 2009 insgesamt 1.561 Verkehrsunfälle durch die Polizei aufgenommen, davon 177 Verkehrsunfälle mit Personenschäden, bei denen sechs Personen getötet und 51 Personen schwer sowie 175 Personen leicht verletzt wurden.

Ziel des Projektes war, wie bereits in den vergangenen Jahren in anderen Bereichen der Polizeidirektion Westsachsen, die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer, um die Unfallzahlen zu senken und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer in Bezug auf „Geschwindigkeit“, „Abstand“ und „Überholen“ positiv zu verändern. Dazu fanden bereits im Frühjahr im Zeitraum vom 12. April bis 9. Mai 2010 Aktionswochen im Bereich Döbeln statt. Diese Aktionen wurden jetzt im Herbst fortgesetzt. In der Zeit vom 1. November 2010 bis 28. November 2010 wurden zahlreiche Kontrollstellen gemeinsam mit dem Landratsamt Mittelsachsen und der Stadt Döbeln eingerichtet.

91 Polizeibeamtinnen und -beamte der Polizeidirektion Westsachsen führten zu unterschiedlichen Zeiten inner- und außerhalb von Ortschaften und auf der BAB 14 Geschwindigkeitsmessungen durch.

Insgesamt wurden 34.023 Fahrzeuge gemessen und dabei 1.369 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Die höchste Überschreitung wurde am 2. November 2010 an der Unfallhäufungsstelle auf der Kreuzung S 31/S 36 bei Polkenberg registriert. Hier ist die Geschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt. Der schnellste Fahrzeugführer wurde mit 101 km/h gemessen. Damit war der Fahrzeugführer nach Abzug der Toleranz fast doppelt so schnell unterwegs.

Parallel zu den Geschwindigkeitsaktionen erfolgten durch den Fachbereich Prävention der
Polizeidirektion Westsachsen Verkehrsteilnehmerschulungen.

Ergebnisse des Landratsamtes Mittelsachsen:
Die Bediensteten führten im genannten Zeitraum 12 Geschwindigkeitskontrollen durch. Die Kontrollzeiten lagen zwischen 06.00 und 18.30 Uhr. Es wurden 142 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert. Am 5. November 2010 wurde in Leisnig in der Bergstraße ein Fahrzeug bei erlaubten 30 km/h mit 67 km/h gemessen. Das war nach Abzug der Toleranz mehr als das Doppelte der erlaubten Geschwindigkeit.

Ergebnisse der Stadtverwaltung Döbeln:
Die Beschäftigten der Stadtverwaltung Döbeln stellten im genannten Zeitraum 217
Geschwindigkeitsüberschreitungen fest. Spitzenreiter war ein Fahrzeugführer, der am 2.
November 2010 auf der B 175 in der Ortslage Döbeln, Leipziger Straße, Höhe Greinersiedlung, gemessen wurde und 26 km/h zu schnell war.

Fazit:
Die Aktionswochen haben wiederum gezeigt, dass viele Fahrzeugführer weiterhin zu schnell unterwegs sind, den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht einhalten beziehungsweise trotz Überholverbot oder bei ungenügender Sicht überholen. Kontrollen durch die Polizeidirektion Westsachsen, die Landratsämter und die ermächtigten Gemeinden werden auch in Zukunft notwendig sein, um die Anzahl der Verkehrsunfälle zu verringern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.