AWO: Lebenssituation armer Kinder muss verbessert werden

Der AWO Kreisverband Dresden begrüßt die Entscheidung des Bundessozialgerichts zur Unangemessenheit des ALG II-Regelsatzes für Kinder als längst überfällig und fordert eine eigenständige und sachgerechte Bedarfsermittlung, um die Teilhabe und Bildung von Kindern in allen Lebenslagen zu sichern.

„Viele Bedürfnisse von Kindern werden im derzeitigen Regelwerk nicht ausreichend bedacht“, so René Vits, Vorsitzender der Dresdner Arbeiterwohlfahrt: „Die Festsetzung von lediglich 60 % des Erwachsensatzes für unter 15-Jährige war niemals gerechtfertigt. In Teilbereichen, wie bei Kleidung und Schulbedarf haben sogar Heranwachsende einen höheren Bedarf als Erwachsene. Jetzt ist die Politik gefordert, gründlich nachzurechnen und die Lage der Kinder zu verbessern. Gerade beim Start ins Leben muss es gleiche Chancen geben!“, so der AWO-Chef weiter.   In Dresden ist eine breite Palette von Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen in AWO-Trägerschaft: unter anderem sieben Kindertageseinrichtungen, der Jugendclub „Check out“  und Einrichtungen der Familien- und Erziehungsberatung.

Der AWO-Kreisverband selbst hat mit seiner „Aktion Zuckertüte“ zu Anfang des letzten Schuljahres dafür gesorgt, dass mehr als 40 Familien Hilfe bei der Erstausstattung ihrer ABC-Schützen erhielten. Vits: „Die „Aktion Zuckertüte“ wird es auch 2009 wieder geben. Ab April beginnen wir mit der Sammlung von Sach- und Geldspenden. 

Aber Politik die darf sich nicht auf dem Engagement der Wohlfahrtsverbände ausruhen. Wir brauchen eine schnelle Korrektur dieser verfehlten Politik.“   Das gestrige Urteil des Bundessozialgerichts zu den Hartz-IV-Sätzen für Kinder wird unter anderem auch vom Deutschen Kinderschutzbund begrüßt. Das Gericht stufte die derzeitigen Beiträge von 208 Euro pro Kind im Monat als so niedrig ein, dass sie gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstießen. Laut dem Dresdner Lebenslagenbericht leben in Dresden mehr als 13.500 Kinder als nichterwerbsfähige Hilfeempfänger vom 60%igen Regelsatz. Das sind ein Viertel aller Kinder unter 15 Jahren in der Landeshauptstadt.  

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Mehr dazu erfahren Sie in der Drehscheibe Dresden, stündlich ab 18 Uhr auf DRESDEN FERNSEHEN.

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