Baby-Rekord in der Uniklinik

Dresden - Das 2.000 Baby des Jahres in der Dresdner Uniklinik kam am 24.9. und damit eine Woche früher als im Vorjahr zur Welt. Für die Mutter von Nora Alexandra war es ein Heimspiel. Sie ist selbst Ärztin der Uni-Frauenklinik. Auch ein Mehrlingsrekord wurde 2018 aufgestellt. Bis Ende September erblickten schon 92 Zwillingspärchen und vier Drillingstrios das Licht der Welt an der Pfotenhauerstraße.

© UKD/Annechristin Bonß
© UKD/Annechristin Bonß

Auch 2018 setzt sich die positive Entwicklung der Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden fort: Bereits am 24. September und damit eine Woche früher als im Vorjahr kam mit Nora Alexandra das 2.000. Baby dieses Jahres in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe zur Welt. Für die Mutter des 3.515 Gramm schweren und 52 Zentimeter großen Mädchens war die Geburt sozusagen ein Heimspiel, denn sie arbeitet als Ärztin selbst in der Uni-Frauenklinik. Die Zahlen des geburtshilflichen Bereichs haben sich in diesem Jahr weiter positiv entwickelt. Beispielsweise erblickten bis Ende September bereits 92 Zwillingspärchen und vier Drillingstrios das Licht der Welt an der Pfotenhauerstraße. Ein besonderes Ereignis für das Klinikteam aber natürlich auch für die Eltern war Mitte Juni die Geburt von Zwillingen, deren Überlebenschance drei Monate zuvor durch einen Eingriff im Mutterleib deutlich verbessert worden ist. Dieser Eingriff und die steigende Zahl an Mehrlingsgeburten sind Belege für die führende Rolle der Uni-Frauenklinik als Anlaufstelle für Patientinnen, bei denen eine Risikoschwangerschaft festgestellt wurde.

Bei insgesamt 1.903 Geburten wurden bis zum 24. September 2.000 Kinder in der Uni-Frauenklinik geboren, davon 952 Mädchen und 1.048 Jungen. Darunter sind 93 Mehrlingsgeburten – davon 89 Zwillingspaare und viermal Drillinge. „Als einziges Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe – dem sogenannten ‚Level 1‘ – in Ostsachsen ist das Dresdner Uniklinikum vor allem erste Anlaufstelle für Risikoschwangerschaften. Aufgrund der exzellenten Infrastruktur und der intensiven Zusammenarbeit der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der gemeinsamen interdisziplinären Perinatal-Station bieten wir den Eltern hier ein sicheres und risikoarmes Umfeld“, erklärt Prof. Pauline Wimberger, Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die Besonderheit der universitären Geburtsmedizin. Viele Mütter und Väter setzen bei einer Risikoschwangerschaft bewusst auf die Expertise der Dresdner Hochschulmedizin.

Wichtiger Bestandteil des Klinik-Konzepts zur pränatalen Medizin ist die Erst-Trimester-Spezialsprechstunde: „Mit unseren Untersuchungsergebnissen können wir den Eltern in den allermeisten Fällen eine gute Nachricht überbringen. Wenn es doch Auffälligkeiten gibt, können wir mit einer frühen Diagnose häufig Risiken senken und notwendige Therapien einleiten“, erklärt PD Dr. Birdir das Anliegen der Sprechstunde. Der 39-jährige Gynäkologe PD Dr. Birdir wendet seine am Londoner King’s College Hospital erworbenen Erfahrungen in der fetalen Laserchirurgie nun in Dresden an. Im März dieses Jahres hatte der Spezialist bei einer mit eineiigen Zwillingen schwangeren Frau eine sogenannte monochoriale Geminigravidität mit fetofetalem Transfusionssyndrom diagnostiziert. Hierbei ist der Kreislauf der Zwillinge über einen gemeinsamen Mutterkuchen verbunden mit einem massiven Ungleichgewicht der Versorgung der Ungeborenen, was die beiden Kinder in Lebensgefahr brachte. PD Dr. Birdir nahm deshalb im März einen hochspeziellen Eingriff vor, bei dem er mit einem Laser die beiden Kreisläufe trennte und damit eine gleichmäßige Blutversorgung beider Kinder bis zur Geburt sicherstellte. In der 32. Schwangerschaftswoche kamen die beiden Jungen schließlich gesund zur Welt. „Wir sind froh und dankbar, dass uns das Team um Dr. Birdir helfen konnte und dass der Eingriff in Dresden möglich war“, sagt Kathleen Roll, die Mutter der Zwillinge. Oskar und Felix sind seit Juli zu Hause und entwickeln sich prächtig. „Wir möchten auch anderen betroffenen Familien Mut machen, sich für diesen Eingriff zu entscheiden“, so die Mutter weiter.

„Diese komplexen Eingriffe den Eltern mit Risikoschwangerschaften erfolgreich anbieten zu können, ist ein sehr großer Gewinn für die Paare und die Uni-Frauenklinik“, sagt Prof. Pauline Wimberger. „Mit dem Ziel der größtmöglichen Sicherheit während Schwangerschaft und Geburt steht hier unseren Patienten ein erfahrenes Team zur Seite. Ein breitgefächertes und ständig verfügbares Angebot an vor- und nachgeburtlicher Expertise zeichnet das universitäre Perinatalzentrum aus.“ Das Perinatalzentrum am Universitätsklinikum Dresden gehört zu den fünf größten Zentren in Deutschland. „Die Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik und Therapie ermöglichen es, dass auch schwer erkrankte Ungeborene gesund überleben und machen damit oftmals eine Behandlung der Neugeborenen überflüssig“, sagt Prof. Mario Rüdiger, Leiter des Fachbereiches Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Dresdner Uniklinikums.

Artikel erstellt von: Franziska Wöllner