Babyboom in Dresden: Sophie und Paul am beliebtesten

Mehr als 8200 Geburten gab es 2014 in Dresden. Außergewöhnliche Mädchennamen sind z.B.: Zuzane, Xantippa, Kassandra. Bei den Jungen: Pius, Nero, Jason Tiger. Die neuste Vornamenstatistik finden Sie hier unter www.dresden-fernsehen.de +++


Bilanz Geburten und Vornamen 2014:

Es wurden 8 229 (7 628) Kinder beurkundet. Zusätzlich wurden 60 Geburten nachbeurkundet. Diese Kinder wurden im Ausland geboren. Sie besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit oder es besteht eine andere Antragsberechtigung. Es wurden 4 246 Jungen und 3 983 Mädchen beurkundet.   Es kamen 160 Zwillinge und fünf Drillinge auf die Welt.

54 Prozent der Mütter waren ledig.  Ein oder beide Elternteile hatten bei 7,1 Prozent der Kinder eine ausländische Nationalität. Das betraf 1181 Elternteile. Es waren 116 verschiedene Nationalitäten vertreten: Russische Föderation   mit 64, Türkei mit 39, Vietnam mit 32, Polen mit 31, China mit 30 Kindern. Seltene Länder waren Barbados, Ecuador, Kenia, Panama, Paraguay, Simbabwe, Turkmenistan.

Für „Sternenkinder“ (1) nach einer Neuregelung vom 15. Mai 2013 wurden 41 Anträge gestellt. 27 Bescheinigungen wurden rückwirkend bis 1979 ausgestellt. 2014 waren es 32 Bescheinigungen rückwirkend bis 2006. „Vertrauliche Geburten“ nach einem Gesetz vom 1. Mai 2014 wurden zwei beurkundet. Es sind auf Anordnung der Landesdirektion Dresden fünf Geburten beurkundet, deren Babys in der Babyklappe abgelegt wurden. Weiterhin wurden zwei anonyme Geburten beurkundet.
Vornamenstatistik 2014 (2013)

Anzahl der Kinder insgesamt 8229 (7628),
mit einem Vornamen 4884 (4377),
mit zwei Vornamen 3026 (2971),
mit drei Vornamen 288 (251),
mit mehr als drei Vornamen 25 (18),
in der Vormerkliste 6 (11),
verschiedene Vornamen:
Knaben   1341 (1287), Mädchen 1475 (1510)
nur einmal vergebene Vornamen
Knaben   782 (662), Mädchen 918 (961)
Für 3 983 Mädchen sind 1 475 unterschiedliche Vornamen vergeben, davon sind 918 Vornamen nur einmal gewählt worden. Die 4 246 Jungen erhielten 1 341 unterschiedliche Vornamen, davon wurden 782 nur einmal gewählt. Unter den TOP 30 der Vornamen hält das jahrelange Kräftemessen zwischen Sophie und Marie an. Dieses Jahr eroberte Sophie den Spitzenplatz mit 125 Nennungen zurück. Mit einem Rückstand von sechs Nennungen folgt Marie auf Platz 2. Paul hat seinen Stammplatz wieder eingenommen. Mit Macht stürmte er auf die Spitzenposition. Mit 123 Nennungen hat er sich klar von Emil absetzen können. Emil wurde 98 Mal gewählt.
Rang 1          Rang 2Rang 1          Rang 22014Sophie           MariePaul               Emil2013Marie             SophieAlexander      Emil2012Sophie           MariePaul               Alexander2011Marie             SophieAlexander      Anton2010Sophie           MariePaul               Alexander2009Sophie           MariePaul               Alexander2008Sophie           MariePaul               Alexander2007Sophie           MariePaul               Alexander2006Marie             SophiePaul               Alexander2005Sophie           MarieLeon              Paul2004Sophie           MariePaul               Florian2003Marie             SophiePaul               Alexander2002Sophie           MariePaul               Alexander2001Sophie           MariePaul               Leon2000Marie             SophiePaul               Florian1999Sophie           MariaPaul               Max

Ansonsten gibt es unter den TOP 30 nur das übliche Stühlerücken. Julia ist mit Platz 22 der größte Sprung in die TOP 30 gelungen. Im Jahr 2013 stand sie noch auf Platz 60.  

Rang
2014Rang
2013MädchenAnzahlRang
2014Rang
2013KnabenAnzahl12Sophie12513Paul12321Marie11922Emil9833Charlotte9131Alexander8644Johanna8545Anton7858Emilia8454Oskar7767Anna82612Ben7179Emma7079Max6885Mia6188Elias67914Maria60910Karl671010Helene56106Moritz66116Luise56117Maximilian651215Elisabeth551216Felix641316Sophia531319Luca621412Clara511417Jonas581513Hannah461522Noah521623Lena451624Arthur501734Lina431734Theo491819Greta401836Jakob481931Frieda381921Lukas482017Mathilda382020Leon472126Lotta362116Theodor462260Julia352228Bruno452318Ella342338Valentin452422Hanna342431Finn412549Lara342526Friedrich412640Martha342632Julius402741Pauline342718Louis402842Katharina322811Richard392924Magdalena322927Benjamin383021Amelie313023Johann36

Weitere Vornamen mit der gleichen Häufigkeit sind nicht mehr ausgewiesen.

Besondere Vornamen
Das Angebot an Vornamen ist riesengroß. Für nahezu jeden denkbaren Vornamen findet sich eine Erklärung, ein Nachweis, eine Deutung und letztendlich die Befürwortung durch einen anerkannten Namenservice. Die Dresdner bestimmen den Trend maßgeblich mit. Der extremste Aufstieg gelang Aurelia. Ein Name der das Potenzial zum Modenamen hat. Seit 2004 ist er deutschlandweit im Gespräch und rangiert mittlerweile auf Rang 150. In Dresden stand er bereits 2013 auf Platz 145 und schnellte 2014 auf Platz 81 vor. Ähnliches ist bei den Vornamen Luna (Platz 64) und Fabienne (Platz 66) zu beobachten. Die ungewöhnlichsten Vornamen tauchen in der Vornamenstatistik mit nur einer Nennung auf. Was in manchen Ohren fremd und exotisch klingt, kann in anderen Gegenden Deutschlands oder dem Ausland ein gebräuchlicher Vorname sein.

Aufgefallen sind bei den Mädchen: Zuzane, Xantippa, Thalia, Kassandra, Lornie, Marple, Lisou. Bei Kassandra ist das Phänomen zu verzeichnen, dass der Name in den letzten Jahren regelmäßig einmal vorkam.

Aufgefallen sind bei den Jungen: Pius, Nero, Jason Tiger, Dax Hongli, Euvin, Brixen, Fielo, Tywin, Fjarill. Bei den letzten fünf Vornamen war ein Gutachten durch die Gesellschaft für deutsche Sprache erforderlich. Bei „Tywin“ waren wir uns unsicher, ob die männliche Figur der Buchreihe „Das Lied von Feuer und Eis“ – Tywin Lennister  – nur ein Fantasiename ist.

(1) Als Sternenkind wird ein Kind bezeichnet, das mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt stirbt. Das betrifft in Deutschland etwa 1500 Kinder pro Jahr. Vor der Gesetzesänderung galten diese Kinder als Fehlgeburten und wurden nicht standesamtlich erfasst. Eine Beerdigung war nicht immer möglich. Manche Friedhöfe boten anonyme Bestattungen in Sammelurnen an oder die Kinder konnten bei Zustimmung der Friedhofsverwaltung in den Grabstätten verstorbener Angehöriger beigesetzt werden. Auf vielen Friedhöfen war jedoch die Bestattung eines Sternenkindes nicht möglich. Die Bundesregierung beschloss schon im Mai 2012 eine Änderung des Personenstandsgesetzes. Eltern von Sternenkindern können sich beim Standesamt eine Bescheinigung für das Familienstammbuch ausstellen lassen. Sie enthält den Namen des Kindes, das Geschlecht, den Geburtstag, den Geburtsort und den Namen der Eltern. Mit den Dokumenten vom Standesamt kann eine Beerdigung beantragt werden. Um diese Bescheinigung zu erhalten, benötigen die Eltern eine schriftliche Bestätigung eines Arztes über die Geburt des Kindes. Die betroffenen Eltern können sich diese Dokumente ausstellen lassen, müssen das aber nicht tun. Sie entscheiden selbst, ob das Kind personenrechtlich anerkannt werden soll. Das neue Gesetz ermöglicht es auch, Sternenkinder rückwirkend beim Standesamt anzumelden