Bad Gottleuba-Berggießhübel bleibt Kurort

Seit 300 Jahren können sich Kurgäste in Bad Gottleuba erholen. Nach aufwändigen Prüfverfahren hat die Stadt die Prädikate zum Kneippkurort und Moorheilbad erneut verliehen bekommen. +++

Die Gemeinde ist damit der einzige Ort in Sachsen, der zwei unterschiedliche Kurortprädikate ausweist. Der Sächsische Heilbäderverband begrüßt die erneute Zertifizierung.

Die beiden Ortsteile Bad Gottleuba und Berggießhübel, die seit 1999 in einer Gemeinde vereint sind, haben eine lange Geschichte als Kurorte: Bereits 1717 wurde in Berggießhübel heilkräftiges Wasser entdeckt.Mit dem Fund einer zweiten Quelle wurde der Badebetrieb durch den Bau eines Badehauses begründet. Weil Berggießhübel die Heilverfahren von Sebastian Kneipp angewendet hat, erhielt die Stadt im Jahr 1972 das Prädikat „Staatlich anerkannter Kneippkurort“. Bad Gottleuba erlangte 1971 aufgrund von Heilquellen und eisenhaltiger Moorlager das Kurortprädikat

Nach der Wende durften Kurorte ihren Titel nur für eine festgelegte Übergangszeit tragen. Dieser Bestandsschutz war für Bad Gottleuba-Berggießhübel im Mai 2010 abgelaufen. Um den Titel nach Ablauf dieser Zeit weiterführen zu dürfen, mussten sich die Orte neu prüfen lassen, denn die Maßstäbe in der Bundesrepublik sind in einigen Punkten anders als in der ehemaligen DDR. „Um das Prädikat zu bestätigen, musste die Gemeinde mehrere Analysen und Erhebungen zusammentragen, darunter ein Klima- und ein Lärmgutachten sowie ein Konzept zur Entwicklung des Ortes in den nächsten Jahren“, erläutert Helfried Böhme, Geschäftsführer des Sächsischen Heilbäderverbandes. Zur erfolgreichen Prädikatisierung hat die konsequente Weiterentwicklung der touristischen und kurörtlichen Infrastruktur beigetragen. So wurde in Bad Gottleuba der Markt umgestaltet sowie der Ort verkehrsberuhigt. Berggießhübel eröffnete 2006 den Marie-Louise-Stolln, der als Besucherbergwerk die Bergbautradition des Ortes widerspiegelt und auch als „Ruhestollen“ für therapeutische Zwecke genutzt wird.

Die erneute Zertifizierung von Bad Gottleuba-Berggießhübel als Kneippkurort und Moorheilbad ermöglicht dem Ort die Fortführung seiner fast 300-jährigen Kurorttradition und gibt zahlreichen Einwohnern eine wirtschaftliche Perspektive. Zudem hat die Gemeinde mit der erfolgreichen Verteidigung ihres Kurort-Moorheilbadprädikats eine sehr gute Grundlage gelegt,um die erfolgreiche Entwicklung des Tourismus fortzusetzen“, freut sich Helfried Böhme.

Quelle: Sächsischer Heilbäderverband e. V.

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