Badewannenrennen-Veranstalter: „Einen Ausweichort zu finden, ist schwierig!“

Im Zuge des Diskussion um das Badewannenrennen am Völkerschlachtdenkmal sieht die „naTo“, der Veranstalter der Spaß-Regatta das ganze Event in Gefahr. Denn der bisherige Standort ist fast unersetzbar. +++

In den vergangenen Wochen wurde vom Leipziger CDU-Abgeordneten Thomas Feist eine Verlegung des Rennens an den Störmthaler See vorgeschlagen. Grund dafür sei, dass ein Spaß-Event wie das Badewannenrennen nicht mit dem historischen Totengedenken des Völkerschlachtdenkmals zusammen passen würde. Gerade im Hinblick auf der Jubiläum 2013 wäre ein Weiterführen der Spaß-Regatta nicht passend.

Kulturbürgermeister Michael Faber äußerte sich auf Anfrage der CDU-Fraktion am Mittwoch im Leipziger Stadtrat wie folgt dazu: „Ein zuletzt in der Öffentlichkeit diskutiertes regelrechtes Verbot dieser Veranstaltung mit der Begründung mangelnder Ernsthaftigkeit halte ich, abgesehen von der grundsätzlichen Fragwürdigkeit von Verboten vor einem rein asthetisch-sittlichen bestimmten Hintergrund, für bedenklich. Mit Blick auf eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen von den beliebten Open-Air-Konzerten bis hin zum Sommerfest des Fördervereins Völkerschlachtdenkmal mit Kinderschminken und Hüpfburg würde eine solche Reglementierung kaum zu handhabende Nachfolgeprobleme schaffen.“

Das sieht Falk Elstermann vom der naTo Leipzig, dem Veranstalter des Badewannenrennens, ähnlich: „Wenn „Unheilig“ vor dem Völkerschlachtdenkmal geht, warum dann nicht das Badewannenrennen?“

Hintergrund der neu aufgekommenen Diskussion um die Verlegung bzw. Streichung der Veranstaltung ab 2013  ist die bis dahin geplante Komplettsanierung des Leipziger Wahrzeichens. Laut der Stadt Leipzig hat „…das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig hat dem Veranstalter seit jeher deutlich gemacht, dass eine Durchführung des Badewannenrennens einzig bis zur grundhaften Sanierung des Wasserbeckens denkbar ist.“

Der sogenannte „See der Tränen“ vor dem Völkerschlachtdenkmal soll neben einer grundhaften Instandsetzung auch eine völlig neue Bodenplatte erhalten, da der bisherige Ton-Untergrund verschlissen ist. Allerdings wird die Sanierung aus Sicht der Stadtverwaltung „erst nach den Jahresfeierlichkeiten 2013 beginnen können.“

Das heißt im Klartext, dass nach 2013 Schluss sein könnte mit dem Badewannenrennen. Das kann auch Falk Elstermann bestätigen: „Wenn im Becken erneut eine Tonplatte eingesetzt werden sollte, könnten wir das Rennen wohl nicht mehr dort abhalten. Allerdings sind bisher weder die nötigen Gelder für die Sanierung vorhanden, noch wurde das Bauvorhaben projektiert. Noch ist vieles im Unklaren.“

Eine Verlegung der „Régates de Baquet“ ist allerdings nur schwer umsetzbar, so Elstermann weiter. „Für uns würde eine Verlegung, z.B. an den Störmthaler See, eine Kostenexplosion bedeuten. Außerdem muss man bedenken: Wenn eines der Boote sinkt, ist es wesentlich schwieriger wäre, es aus einem zehn Meter tiefen See zu bergen. Aufgrund der geringen Tiefe können ja auch Kinder an dem Rennen teilnehmen. Der Sicherheitsaspekt ist da an einem See viel höher einzuschätzen, was natürlich auch höhere Kosten bedeuten würde. Einen Ausweichort zu finden, der all diese Vorteile bietet, ist schwierig. Das Becken vor dem Völkerschlachtdenkmal ist einfach ideal.“
 
Fakt ist, dass momentan noch nichts feststeht. Weder das Datum noch die Details der Sanierungsmaßnahmen für den „See der Tränen“ wurden genannt. Alle Parteien befinden sich mometan noch in Gesprächen, um eine Lösung zu finden. Auch wenn Kulturdezernent Michael Faber gegenüber des Stadtrates eines deutlich machte: „Grundsätzlich halte ich das Badewannenrennen an diesem Ort für völlig unschädlich, freilich auch für verzichtbar.“