Bahnverbindung Prag-Dresden

Sachsen und Tschechien bekräftigen: Schienenverbindung Prag-Dresden-Berlin hat höchste Priorität.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der tschechische Verkehrsminister Petr Bendl haben gestern in Prag die Notwendigkeit des Ausbaus einer leistungsfähigen Hochgeschwindigkeitsverbindung für den Reise- und Güterverkehr zwischen Berlin, Dresden und Prag mit einer gemeinsamen Absichtserklärung bekräftigt.

„Die Tschechische Republik und der Freistaat Sachsen sprechen in diesem Punkt eine deutliche Sprache: Der Ausbau dieser transeuropäischen Verkehrsader hat für uns absolute Priorität, sie ist eine Lebensader für uns. Ich freue mich sehr, dass wir heute dieser gemeinsamen Position gegenüber der Bundesregierung und der Europäischen Union Nachdruck verleihen“, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich im Anschluss an ein Gespräch mit Verkehrsminister Bendl.

Sachsen hatte sich unter anderem auch im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz Ost dafür stark gemacht, dass das Bundesverkehrsministerium den Ausbau einer hochleistungsfähigen Schienenverbindung Prag-Dresden-Berlin als Teil einer transeuropäischen Strecke von Skandinavien ans Schwarze Meer im Rahmen des Projekts Transeuropäische Netze (TEN 22) in Brüssel anmeldet.

„Für den grenzüberschreitenden Warenaustausch und den Tourismus zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik ist die Schienenverbindung Prag-Dresden-Berlin enorm wichtig. Mit ihrem Ausbau könnte sich die Reisezeit zwischen Dresden und Prag auf rund eine Stunde sowie zwischen Berlin und Prag auf etwa zwei Stunden verkürzen“, heißt es in der gemeinsamen Absichtserklärung, die Tillich und Bendl gestern unterzeichnet haben.

Beide Politiker unterstrichen darin auch ihr Engagement für die Verlängerung dieser Verbindung bis zu den deutschen Nord- und Ostseehäfen. „Nun ist die Bundesregierung gefragt. Ich erwarte, dass nun auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee diese europäische Verkehrsverbindung unterstützen wird, nachdem sich auch die tschechische Seite deutlich dazu positioniert hat. Nur so ist die Einordnung dieses Nord-Süd-Korridors zwischen den vier europäischen Meeren in die EU-Verkehrsplanung erfolgversprechend“, so Tillich.

Dieser Verkehrskorridor verbindet nicht nur die Häfen Hamburg und Bremen über Berlin/Magdeburg, Dresden und Prag, sondern schließlich auch die deutschen Ostseehäfen mit der Adria und dem Schwarzen Meer. „Für die wirtschaftliche Entwicklung und die Mobilität der Bevölkerung spielen die Verkehrsverbindungen heute eine entscheidende Rolle. Nicht mehr die Dauer der Grenzabfertigung entscheidet über die Schnelligkeit, mit der wir Entfernungen innerhalb Europas überwinden, sondern die Qualität unseres Verkehrsnetzes“, heißt es in der gemeinsamen Absichtserklärung.

Neben dem Gespräch mit dem tschechischen Verkehrsminister Petr Bendl führte Ministerpräsident Stanislaw Tillich im Rahmen seines Antrittsbesuchs bei der tschechischen Regierung auch Gespräche mit dem tschechischen Ministerpräsidenten und EU-Ratspräsidenten Mirek Topolánek, dem tschechischen Staatspräsidenten Václav Klaus sowie mit den Ministern für Auswärtige Angelegenheiten und Bildung, Karel zu Schwarzenberg und Ondřej Liška.

Außerdem traf Ministerpräsident Tillich den Minister für Regionalentwicklung, Cyril Svoboda. Der Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und die Schwerpunkte der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft standen ebenso auf der Agenda der Gespräche wie folgende Themen: Sächsisches Zentrum Prag:Ministerpräsident Tillich begrüßt die Zusage des tschechischen Ministerpräsidenten Mirek Topolánek, dass das tschechische Ministerium für Schule, Jugend und Sport in diesem Jahr Räumlichkeiten für ein Sächsisches Zentrum in Prag im Gebäude des historischen Wendischen Seminars zur Verfügung stellen wird.

Quelle: Sächsische Staatskanzlei

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