Bald neues Leben im Capa-Haus

Das Capa-Haus in der Jahnallee 61 wird denkmalgerecht restauriert. Für 11,5 Millionen Euro sollen darin 42 Wohnungen entstehen. Die Fertigstellung wird voraussichtlich noch bis August 2015 andauern.+++

Das Gründerzeit-Haus in der Jahnallee 61 könnte das perfekte Tor nach Lindenau sein – die Betonung liegt auf „könnte“. Denn der herrschaftliche Gebäudekomplex, der sich bis in die angrenzende Luppenstraße zieht, steht seit Anfang der 90er Jahre leer. Seither ist das Gebäude dem Verfall freigegeben. So sind die Zwischendecken eingebrochen, weil das Haus während des Leerstandes einen Wasserschaden hatte. Außerdem fand in der Silvesternacht 2011/2012 ein Böller seinen Weg in den Dachstuhl und setze das Seitengebäude in Brand. Der Abriss des Hauses stand nicht nur zur Debatte – einmal war er sogar beschlossene Sache. Doch eine Bürgerinitiative setze sich für dieses geschichtsträchtige Haus ein. Denn vor allem das Gebäude in der Jahnallee 61 ist weltbekannt und wird auch von den Leipzigern oft als „Capa-Haus“ bezeichnet. Denn in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges war der amerikanische Fotograf Robert Capa in Leipzig, um die Befreiung der Messestadt durch die Amerikaner zu dokumentieren – und befand sich im Capa-Haus, als hier ein amerikanischer Soldat erschossen wurde. Die Bildserie aus der Jahnallee 61 wurde damals im amerikanischen Life Magazine veröffentlicht. In Zukunft sollen eine Bronzetafel und ein kleines Museum im Erdgeschoss an die Geschichte des Capa-Hauses erinnern.  Für 11,5 Millionen Euro entstehen hier 42 Wohnungen – denkmalgerecht, versteht sich. Der Investor wird die Fassaden, die Stuckverzierungen und den Treppenaufgang in der Jahnallee 61 originalgetreu restaurieren. Wenn alles nach Plan geht, erstrahlt das Capa-Haus im August 2015 in neuem Glanz – und mit neuem Namen: Beworben wird es nämlich als Palmengarten-Palais.