Bald Tempo 30 in allen Städten?

Nach einem Wahlsieg im Bund wollen SPD und Grüne innerorts Tempo 30 einführen.

Einem Zeitungsbericht zufolge machen sich Politiker von SPD und Grünen gemeinsam für Tempo 30 in den Städten stark. Das würde die Städte durch weniger Lärm und CO2-Ausstoß leiser und sauberer machen und die Verkehrssicherheit erhöhen, sagte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sören Bartol, der „Welt am Sonntag“.

Tempo 30 soll als neue zulässige Höchstgeschwindigkeit in den Städten gelten, so Bartol. Als wichtige Ausnahme sollen Hauptverkehrsachsen mit Tempo-50-Schildern deutlich gekennzeichnet werden.

Dem Bericht zufolge geht SPD-Verkehrsexpertin Kirsten Lühmann davon aus, dass Tempo 30 für „gleichmäßig fließenden Verkehr“ sorgen würde, „der im Übrigen Aggressionen mindert und Aufmerksamkeit steigert“.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne) sagte der Zeitung: „Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der Stadt schützt Fußgänger und Radfahrer, insbesondere Kinder, weil sich der Bremsweg mehr als halbiert“.

Unterstützung erhalten die Pläne vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) und vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Der ADAC dagegen kritisiert die Pläne. ADAC-Experte Andreas Hölzel: „Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit wird keine Akzeptanz bei den Autofahrern finden.“ Man befürchte demnach „Schleichverkehr“ in Wohngebieten.

Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lehnt dem Bericht zufolge diese Pläne ab. „Ich will Mobilität ermöglichen und nicht verhindern. Solange ich Verkehrsminister bin, wird es kein generelles Tempolimit geben“, sagte Ramsauer der Zeitung.