Basketball: Chemnitzer NINERS bezwingen Düsseldorf

Im Kampf um die Playoffplätze der 2. Basketballbundesliga hat sich die BV Chemnitz 99 am Samstagabend gegen die Düsseldorf Baskets eindrucksvoll zurückgemeldet.

Vor 1.748 Zuschauern zeigte das Team um Kapitän Jorge Schmidt in der heimischen Richard-Hartmann-Halle eine starke kämpferische Leistung und konnte so die favorisierten Düsseldorf Baskets mit 73:67 bezwingen.

Als Lohn klettern die NINERS wieder auf den sechsten Tabellenrang, haben aber weiterhin eine ganze Armada an Verfolgern um die Playoff-Plätze dicht im Nacken.

„Das war heute ein ganz wichtiger Sieg, den sich die Mannschaft mit Einsatz und Leidenschaft wirklich verdient hat. Ein Dankeschön auch an unsere Fans, die uns großartig unterstützt haben“, strahlte BV-Cheftrainer Felix Schreier nach Spielende.

Zu Beginn der Partie sah es allerdings nicht nach diesem Happy-End aus. Düsseldorf, das sieben seiner letzten acht ProA-Begegnungen gewinnen konnte und zu den absoluten Aufstiegsfavoriten zählt, demonstrierte eindrucksvoll seine Qualität. Angeführt von den Centerhünen Chris Gadley und Adam Waleskowski sowie Scharfschütze Nico Adamczak zogen die Rheinländer in den ersten sieben Minuten auf 19:12 davon.

Bis dahin hatten die NINERS gerade am Brett deutliche Nachteile, doch die Einwechslung von Alex Jones brachte eine Trendwende. Der bewegliche Center tanzte die Baskets ein ums andere Mal aus, erzielte die nächsten acht Chemnitzer Punkte und hatte so einen großen Anteil, dass es beim Stand von 22:22 in die erste Pause ging.

Die holprige Anfangsphase war überstanden und fortan lieferten sich beide Teams ein packendes Duell auf Augenhöhe. Hier hatte zunächst Düsseldorf knapp die Nase vorn und der frühere BV-Akteur Gary Johnson brachte seine Mannen zwischenzeitlich sogar mit 33:28 in Front.

Doch in den letzten Minuten vor der Halbzeit schlug wieder einmal die berühmt-berüchtigte NINERS-Defensive zu. Angepeitscht vom lautstarken Publikum kämpften die Chemnitzer um jeden Ball und standen dem Gegner regelrecht auf den Füßen. Folgerichtig konnte Düsseldorf keine Punkte mehr erzielen, während sich die BV-Korbjäger immer näher heran und letztlich auch noch vorbei robbten. So ging das Schreier-Team mit einer hauchdünnen, aber hoch verdienten 34:33-Führung in die Kabine.

Im dritten Abschnitt sorgte Jorge Schmidt per Dreier für einen Auftakt nach Maß und die Defensive stand weiter bombensicher. Viertelübergreifend gestattete Chemnitz den Gästen sechs Minuten lang keinen einzigen Treffer, bis schließlich Gadley von der Freiwurflinie doch mal wieder punkten durfte. Johnson und abermals Gadley legten nach, doch Schmidt hatte vom Perimeter die richtige Antwort parat und netzte zum 42:38 ein. Kurz darauf brachte Waleskowski die Rheinländer wieder nach vorn, aber Schmidt zog einen weiteren Dreier aus seinem Köcher und wurde jetzt im Angriff von Jones sowie Takumi Ishizaki kräftig unterstützt. Die Führung wechselte nun im Minutentakt bis letztlich jedoch Nico Adamczak vom Perimeter die Düsseldorfer 52:50-Pausenführung besorgte.

Mit Beginn des Schlussviertels schlug das Pendel weiter zu Gunsten der Rheinländer aus. Erst bestraften Waleskowski und Gadley kleinere Fehler der NINERS und dann wurde ein Cardenas-Dreier auch noch postwendend von Gary Johnson zur 60:53-Führung gekontert. Manch Zuschauer fürchtete, dass sich die Startruppe um Gästetrainer Murat Didin jetzt endgültig absetzen würde, doch Alex Rosenthal hielt die Chemnitzer Hoffnungen mit zwei schwierigen Mitteldistanztreffern am Leben. Kurz darauf versenkte Schmidt seinen fünften Dreier an diesem Abend und so war der Spielausgang vier Minuten vor Schluss beim Stand von 62:62 wieder völlig offen.

Dann eine wichtige Szene: Donald Lawson zog mit aller Macht zum Korb und ließ sich nur durch ein Foul von Waleskowski stoppen. Dieser beschwerte sich lautstark, bekam dafür noch ein Technisches Foul und durfte vorzeitig duschen gehen. Die BV machte aus jener Chance drei Punkte, welche Adamczak zwar umgehend ausglich, doch ohne den defensivstarken Waleskowski war jetzt endlich wieder „Jones-Time“. Erst tankte sich der US-Center am Brett durch und kurz darauf sorgte er spektakulär für die endgültige Entscheidung. Bei nur noch einer Sekunde auf der „Shot-Clock“ und Einwurf NINERS an der Düsseldorfer Grundlinie stahl sich Jones im Rücken aller Verteidiger davon, bekam den Ball und hämmerte diesen mit einem krachenden Dunk zum 71:67 durch die Reuse.

Weil anschließend Marin Petrics Dreier sein Ziel verfehlte und Jones auch noch einen wichtigen Rebound erkämpfte, war der Spielausgang besiegelt.

„Das war eines jener legendären Spiele, von denen wir noch lange reden werden. Aber wir müssen es jetzt endlich auch einmal schaffen, diese Energie und Leidenschaft auswärts aufs Parkett zu bringen. Dann sind die Playoffs machbar“, blickte Schreier der Partie in Heidelberg an diesem Freitag entgegen.

Ihr nächstes Heimspiel bestreiten die NINERS dann bereits am Sonntag gegen den Tabellenführer Göttingen.

NINERS: Schmidt (23 Punkte), Jones (15), Rosenthal (11), Ishizaki (9), Cardenas (7), Lawson (6), Stachula (2), Obiango, Bassl (n.e.), Endig (n.e.), Leuteritz (n.e.)

Quelle: NINERS