Basketball: Chemnitzer NINERS siegen über MLP Academics Heidelberg

Die BV Chemnitz 99 stellte am Samstagabend erneut ihre Heimstärke unter Beweis.

Vor 1.561 Zuschauern triumphierte man mit 77:71 über den Tabellenvierten MLP Academics Heidelberg und wahrte so den eigenen Verbleib auf Rang 7, der nach Hauptrundenabschluss zur angestrebten Playoffteilnahme berechtigen würde. Allerdings war der Erfolg gegen die gut aufgelegten Neckarstädter ein echter Kraftakt, lagen die NINERS zwischenzeitlich doch schon zehn Punkte hinten. „Dann sind wir aber richtig gut aus der Halbzeitpause gekommen und konnten die Partie mit großem Einsatz doch noch drehen“, sagte BV-Cheftrainer Felix Schreier sichtlich erleichtert.

Gemeinsam mit den wiedergenesenen Donald Lawson und John Bynum bildeten Jorge Schmidt, Takumi Ishizaki sowie Robert Cardenas gegen Heidelberg die Chemnitzer „Starting-Five“, welche zunächst einen guten Start hinlegte. Gerade Lawson nutzte seine körperlichen Vorteile, dominierte die Zone und trug somit maßgeblich zur zwischenzeitlichen 13:10-Führung bei. Doch die Gäste hielten Schritt und drehten gegen Ende des ersten Viertels insbesondere vom Perimeter richtig auf. Dreier Devin White, Dreier Clint Sargent, Dunking White, Dreier Kai Barth und plötzlich stand es 23:17 für Heidelberg. Per „Buzzerbeater“ verkürzte Philipp Stachula zwar noch einmal auf vier Zähler (20:24), doch die Dreierfestspiele der „Academics“ gingen im zweiten Viertel nahtlos weiter.

So netzten Christian von Fintel, Tristan Blackwood und Oliver Komarek gleich die nächsten Würfe von „Downtown“ ein und nach gerade einmal 13 gespielten Minuten hatten die Gäste schon neun ihrer zwölf Dreier verwandelt. Folgerichtig betrug der Heidelberger Vorsprung nun bereits zehn Punkte (36:26), bevor die NINERS endlich wieder zurück ins Spiel fanden. Hinten machte man die gefährlichen Schützen der Neckarstädter jetzt besser zu und vorn suchten Alex Jones, Bynum und Ishizaki endlich einmal konsequent den Weg zum Korb. Wenig später traf Blanchard Obiango vom Perimeter zum 34:38-Anschluss, doch zur Halbzeit lag man erneut sieben Zähler hinten (36:43), weil natürlich Gästespieler Kai Barth noch einen weiteren Dreier im Köcher hatte. „Wir ließen den Heidelberger Schützen bis dahin zu viel Platz, verloren gegen die Pressverteidigung mehrere Bälle und wackelten wie so oft an der Freiwurflinie“, analysierte Schreier die erste Hälfte.

Es gab also viele Dinge, die man besser machen konnte und die Pausenansprache zeigte offenbar umgehend Wirkung. Zu Beginn des dritten Viertels standen die BV-Korbjäger den Gästen plötzlich regelrecht auf den Füßen, ließen kaum noch einfache Würfe zu und belohnten sich vorn mit schönen Treffern für die engagierte Verteidigung. So war der Rückstand schnell aufgeholt, doch nach einem weiteren Dreier durch Heidelbergs von Fintel stand es wieder ausgeglichen (46:46). Jetzt drehte aber ausgerechnet der bis dahin etwas glücklose Obiango auf und netzte binnen zwei Minuten drei Würfe vom Perimeter zum zwischenzeitlichen 55:52 ein. Philipp Stachula legte kurz darauf den nächsten Dreier nach, aber von Fintel konterte ebenfalls von draußen und so ging es schließlich beim Stand von 61:59 für Chemnitz in den letzten Spielabschnitt.

Dort nahm die Dramatik weiter zu und das Spiel war von zahlreichen Führungswechseln geprägt, wobei sich bis zur Schlussminute kein Team weiter als drei Punkte absetzen konnte. Heidelberg brachte Chemnitz mit aggressiver Pressverteidigung immer wieder in Verlegenheit, während die BV-Hünen im Gegenzug ihre körperlichen Vorteile am Brett zunehmend besser ausnutzten. Genau dieser Umstand sollte letztlich auch die Entscheidung bringen, als Centerhüne Donald Lawson in der Schlussphase einen ganz wichtigen Tip-In traf und mehrere Rebounds pflückte, wodurch die NINERS mit einer hauchdünnen 73:69-Führung in die finalen 40 Sekunden gehen durften. Beim anschließenden „Stop-the-Clock“ zeigten Lawson und Cardenas mit lediglich drei von sechs verwandelten Freiwürfen zwar etwas Nerven, aber letztlich brachte Kapitän Jorge Schmidt die Punkte mit zwei sauberen Treffern nach Hause. Entsprechend glücklich resümierte Schreier: „Das war heute ein Sieg des Willens. Uns sind zwar einige vermeidbare Fehler passiert, aber gegen Ende hat das Team viel richtig gemacht. Mein Kompliment geht ausnahmslos an alle Spieler, weil man jedem angemerkt hat, dass er heute unbedingt gewinnen wollte!“

STATISTIK: Lawson (15 Punkte), Obiango (14), Jones (13), Schmidt (12), Ishizaki (8), Bynum (6), Stachula (5), Cardenas (4)

Pressemitteilung NINERS