Bauern fahren überdurchschnittliche Kartoffelernte ein, starker Preisrückgang

Sachsens Bauern haben die „größten“ Kartoffeln. Mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis geht in den kommenden Tagen die diesjährige Kartoffelernte in Sachsen zu Ende.

Trotz eines Rückgangs der Anbaufläche um 150 Hektar (2008: 7226 ha, 2009: 7077 ha) werden die Landwirte im Freistaat in diesem Jahr insgesamt über 300 000 Tonnen Erdäpfel ernten, rund 20 000 Tonnen mehr als 2008. Grund ist der höhere Hektarertrag. So ist der durchschnittliche Ertrag von 397 Dezitonnen (2008) auf rund 430 Dezitonnen (2009, geschätzt) pro Hektar gestiegen.
 
„Dank der ausreichenden Niederschläge im Mai und Juni haben wir in diesem Jahr ein ausgesprochen gutes Kartoffeljahr. Auch die Qualität verspricht wieder sehr hoch zu werden“, sagte Agrarminister Frank Kupfer. Besorgt zeigt sich der Minister allerdings über die Entwicklung der Erzeugerpreise. „Im Gegensatz zu den Verbrauchern werden die Landwirte von der guten Kartoffelernte leider nur wenig profitieren können, da die Preise weiterhin rückläufig sind“, so Kupfer weiter.

In den vergangen drei Jahren haben sich die Preise für Kartoffeln mehr als halbiert. Erhielten die Bauern 2006 im Schnitt noch 21,30 Euro für eine Dezitonne Speisekartoffeln, sind es in gegenwärtig nur noch 9,90 Euro (2008: 12,10 Euro). „Ich hoffe, dass sich die Preise bald wieder stabilisieren. Der Kartoffelanbau muss sich in Sachsen langfristig lohnen. Denn mit ihrem beachtlichen Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen ist die heimische Kartoffel eines unserer wertvollsten und beliebtesten Grundnahrungsmittel“, erklärte der Minister.Bereits 1994 starteten der Freistaat und der Sächsische Qualitätskartoffelverband e. V. das Programm „Erdäpfel – Kartoffeln aus Sachsen“. Hintergrund ist die Produktion, Aufbereitung und Vermarktung von einheimischen Speisekartoffeln nach einem für alle Beteiligten einheitlichen Qualitätsprogramm sowie der Marktauftritt mit einem gemeinsamen Logo.
 
„Wer Kartoffeln mit dieser Kennzeichnung kauft, kann sicher sein, ein absolutes Qualitätsprodukt erworben zu haben, und unterstützt gleichzeitig unsere heimischen Landwirte“, betonte Kupfer. In Sachsen werden über 20 Kartoffelsorten verschiedener Reifegruppen und Kocheigenschaften angebaut. Besonders beliebt sind bei den Sachsen die mehligkochenden Sorten „Afra“, „Karlena“ und „Agria“, sowie die vorwiegend festkochenden Sorten „Marabell“, „Solist“, und „Gala“. Bei den festkochenden Erdäpfeln wird vor allem die Sorte „Princess“ bevorzugt.

Der durchschnittliche Jahresverbrauch liegt in ganz Deutschland bei etwa 60 Kilogramm pro Kopf, knapp die Hälfte davon als Frischkartoffel. Der Rest sind sogenannte Veredlungsprodukte wie Pommes frites, Chips oder Fertigprodukte. Außer als Nahrungsmittel wird die Kartoffel auch zur industriellen Stärkeproduktion genutzt. In Sachsen werden deshalb auf rund 400 Hektar Strärkekartoffeln angebaut.

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