Bauplanung für Projekt „KARLI“: Zwei-Jahres-Vollsperrung so gut wie sicher?

Stirbt die Flaniermeile auf der Karl-Liebknecht-Straße ab Januar 2014 für zwei Jahre aus? Laut den am Donnerstag vorgestellten Plänen von Verkehrs- und Tiefbauamt sowie den LVB wird die beliebte „Karli“ für ganze zwei Jahre voll gesperrt. +++

Trotz massiver Kritik der Gastronomen und Ladenbesitzer scheint es nun fast sicher zu sein: Die „Karli“ wird ab 2014 für den Verkehr komplett gesperrt. Wie die Stadtverwaltung und die Leipziger Verkehrsbetriebe mitteilten, hat man sich für das sogenannte „Halbseitige Bauen“ entschieden. Dabei wird von Januar 2014 bis Dezember 2015 auf der Ostseite der Karl-Liebknecht-Straße von Körnerstraße bis Härtelstraße in sieben aufeinander folgenden Teilabschnitten gebaut (mit Bau der Platzfläche Münzgasse und beidseitigem Straßenbau von Martin-Luther-Ring bis Dimitroffstraße).

2015 folgt der Bau der Westseite von Körnerstraße bis Härtelstraße in fünf aufeinander folgenden Teilabschnitten. Zwischen Dimitroffstraße und Härtelstraße wird beidseitig gebaut. Die Straßenbahn fährt nahezu während der gesamten Bauzeit eingleisig an der Baustelle vorbei – in den Sommerferien 2015 muss der Straßenbahnverkehr allerdings für sechs Wochen komplett unterbrochen werden. Der KFZ-Durchgangsverkehr wird in der gesamten Zeit umgeleitet, der Anlieger- und Anlieferverkehr im Baufeld ist aber gewährleistet, so die Planer. Was mit dem Fahrrad- und Personenverkehr und den für die „Karli“ üblichen Freisitzen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Mit dieser Entscheidung sind die schlimmsten Befürchtungen einiger Kritiker wahr geworden: Die Karl-Liebknecht-Straße wird für zwei Jahre gesperrt – die Qualitäten der „Karli“ als Flaniermeile werden also leiden. Dessen scheinen sich zumindest auch die Bau-Verantwortlichen von Stadt, LVB und Kommunale Wasserwerke bewusst zu sein: „Gemeinsam sind wir nicht nur auf der Suche nach dem optimalen technischen Ablauf: Wir wollen auch unterstützende Maßnahmen konzipieren, damit die KARLI während der gesamten Bauzeit weiterhin als lebendiges und gut erreichbares Ziel wahrgenommen werden kann. Dazu gehören u. a. eine Bauruhe während der Fußball-WM 2014 im Bereich der Freisitze, ein konkreter Ansprechpartner vor Ort und verstärkte Werbung für die Karl-Liebknecht-Straße.“, so Ronald Juhrs, technischer Geschäftsführer der LVB.

Grund für die Entscheidung gegen das „Blockweise Bauen“ der IG Karli sei unter anderem die dadurch verlängerte Bauzeit. Durch die nun gewählte Variante werden rund acht Monate Bauzeit eingespart. Außerdem würden laut den LVB gewaltige Einnahme-Einbußen drohen. Jeden Tag befördern die Verkehrsbetriebe rund 30.000 Menschen durch die Karl-Liebknecht-Straße.

Der endgültige Beschluss über die Bauvorhaben soll im Frühjahr 2013 fallen. Da allerdings nur die Stadt, die LVB und die KWL die Entscheidungsträger sind, dürfte es fast sicher sein, dass ab Januar 2014 eine zwei Jahre lange Sperrung droht.