Baustelle Hartmannbrücke: Arbeiten gehen im Juli weiter

Die Bauarbeiten an der Hartmannbrücke gehen weiter. Möglich wird dies durch eine Vereinbarung der Stadt Chemnitz mit dem Eigentümer des Hauses in der Hartmannstraße Nummer 16 über einen Ankauf des Gebäudes.

Das Haus, das nach wie vor einsturzgefährdet ist, soll abgerissen werden. Damit können die seit März ruhenden Arbeiten an einer der größten Straßenbaustellen der Stadt im Juli wieder aufgenommen werden. Mit dem Baubetrieb ist das bereits abgestimmt.

„Ich bin froh, dass wir diese Lösung erreicht haben“, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. „Damit können die Arbeiten an dieser für die Verkehrsführung wichtigen Stelle endlich weitergehen.“ Die Entscheidung für Ankauf und Abriss des Hauses sei das Ergebnis einer schwierigen Abwägung. In Anbetracht aller Umstände ist dies jedoch die aus Sicht der Verwaltung sinnvollste und wirtschaftlichste Variante. Zu den entscheidenden Faktoren zählten die aufgrund der Vollsperrung angespannte Verkehrssituation, die nicht vorhersagbare Dauer und die Kosten eines Gerichtsverfahrens sowie die Kosten, die bei einer monate- oder gar jahrelangen Bauverzögerung anfallen. Letztere würden sich allein auf rund 20.000 Euro pro Monat summieren. Für den jetzigen Ankauf stellt die Stadt knapp 150.000 Euro zur Verfügung.

Der Ersatzneubau der 100 Jahre alten Hartmannbrücke, für den insgesamt rund 2,2 Millionen Euro veranschlagt sind, läuft seit vergangenen September 2009. Bisher ist zirka ein Viertel der Arbeiten geschafft. Geplant war, die Bauarbeiten bis Oktober 2010 zu beenden. Im März war plötzlich ein Teil der Uferstützmauer zusammengebrochen. Am 4. März ordnete die Verwaltung daher aus Sicherheitsgründen die Räumung des Hauses Nr. 16 an, nachdem ein Gutachter die mangelnde Standsicherheit festgestellt hatte. Zudem wurde umgehend ein Baustopp verhängt, um die anfallenden Kosten so gering wie möglich zu halten. Im Zuge des vom Eigentümer beantragten Beweissicherungsverfahrens beim Landgericht Chemnitz hat die Stadt alle notwendigen Unterlagen für ein weiteres Gutachten zur Verfügung gestellt. Der Gutachter hat die Beweisaufnahme inzwischen abgeschlossen.

„Die jetzt gewählte Variante ist das Ergebnis einer juristischen und finanziellen Abwägung“, betont Tiefbauamtsleiter Bernd Gregorzyk, „sie bedeutet ausdrücklich kein Schuldanerkenntnis.“ Die Bauverwaltung habe vor Beginn der Baumaßnahme selbstverständlich alle notwendigen Untersuchungen des Baugrunds absolviert. „Ein Zusammenhang zur Baumaßnahme besteht aus unserer Sicht nicht.“

In der nächsten Woche soll die Vergabe für den Abbruch erfolgen. Der Abbruch des Hauses ist ab 19. Juli geplant, in der Folgewoche können die Bauarbeiten weitergehen. Diese Reihenfolge verhindert eine erneute Unterbrechung des Baugeschehens wegen des Abrisses und wurde mit der Baufirma bereits besprochen.

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